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"Amadeus" gehört zu den Filmen, die ewig dauern können.
Denn Forman setzt nicht auf psychologische Tiefe, sondern auf die Breite. In knapp 3 Stunden ist das Leben von Mozart (Tom Hulce) erzählt.

Aus dem Blickwinkel des niedergeschlagenen Salieri (F. Murray Abraham) beschreibt Forman den Aufstieg des lüsternen und vulgären Wolfgang Amadeus Mozart von seinen ersten Versuchen beim Kaiser bis zu seinem psychischen (und im Endeffekt physischen) Tod durch seine letzte Oper, der Totenmesse, einem Requiem.
Dem Regisseur ist dabei ein Meisterwerk gelungen, denn er depremiert den Zuschuer nicht, beurteil das Leben Mozarts nicht, wagt nicht den Versuch seine Lebenswerke zu verurteilen oder gar zu moralisieren.
Forman erzählt eine epische und emotionale Geschichte, die alles offenbart ohne zu kritisieren oder zu verabscheuen.

Überhaupt gibt es bei Forman keine wirklichen Verlierer. Alles dreht sich um die Werke Mozarts. Sie werden hassvoll geliebt, vergöttert und als unerreichbar definiert. An ihnen werden Menschen zu lebenslanger Qual gezwungen. Ohne Frage nicht durch den direkten Eingriff der Hauptperson, sondern durch eigenes Verschulden, durch Selbstverurteilung und Selbstjustiz.
Dadurch erhält der Film eine positive Ausgangslage, die sich bis zum Ende hin erstreckt und beim Zuschauer im Gedächtnis bleibt.
Folglich macht sich nicht die Depression oder Melancholie breit, sondern die Erkenntnis, dass ein Mensch gelebt hat, der das erreichen wollte, was sein Talent zugelassen hätte. Nämlich: Alles!!!
Das ist das Entscheidende, was ein Film, ein Leben zu einem Meisterwerk macht. Und "Amadeus" ist Eins.

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