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Der strebsame Hofkomponist Salieri (F. Murray Abraham) verfolgt den Aufstieg des ungehobelten, aber genialen Jungkomponisten Mozart (Tom Hulce) mit neidvoller Bewunderung. Er spinnt Intrigen gegen den Günstling des Hofes, um in seinem Schatten das eigene Mittelmaß zum Glänzen zu bringen…

Milos Forman zwängt die letzte Lebensdekade des Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart in die bewährte dramaturgische Zweiheit von Held und Widersacher, beide jeweils ausgestattet mit den üblichen Charakterzügen, die sich für die Gewinnung von Zu- und Abneigung beim Publikum bewährt haben. Der Film gibt vor, mithilfe des unangepassten, Bahn brechenden Musikers, der auf Etikette pfeift und Musik fürs Volk schreibt, die Unnahbarkeit etablierter Kunstgrößen zu demontieren, frönt selbst aber einem Geniekult reinsten Wassers, der Mozart zu einem von allen Musen geküssten Wunderkind mit nie versiegender Schöpferkraft verklärt, dessen Macken entweder liebenswert exzentrisch oder der Missgunst der Kriecher und Neider zuzuschreiben sind. Insofern tauscht der letztlich verlogene Film bloß die Unerreichbarkeit der einen Götter für die Unerreichbarkeit eines anderen Gottes ein, ohne dass er Bestrebungen unternähme, die Prinzipien der Idolbildung und -huldigung grundsätzlich zu hinterfragen.

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