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Eine Familie fährt unsagbar fröhlich durch die Berge, als plötzlich der Reifen ihres Vehikels platzt. Hilfe suchend stößt die Familie auf eine ominöse Oma. Diese lädt zum Essen ein, bei dem der Rest ihrer Sippe in Erscheinung tritt: Ein kleinwüchsiger, tellergeiler Knilch, ein feinfühliger Typ mit einem riesigen Gehirnkopf und eine besonders illustre Gestalt mit einer Bärenfalle als Gebiss. Natürlich macht sich unsere 08/15-Familie keine Sorgen deswegen und partizipiert übersptitzt naiv am Gelage. Und so kommt es, wie es kommen musste: Bis auf die Tochter der Familie werden alle abgeschlachtet. Sie jedoch wird nun in einem mit Zeitungen tapezierten Zimmer gehalten. Später werden noch Rentnerbiker in das Geschehen involviert.

Ja, die Geschichte ist reichlich abgedreht und bedient sich munter bei einschlägigen Filmen wie Texas Chainsaw Massacre. Doch nach zwanzig Minuten fragte ich mich bereits, wie der Film denn jetzt noch über eine Stunde funktionieren soll. Aber mit genügend Phantasie schafft das wohl jeder Drehbuchautor. Alleine die Idee, Rentnerbiker einzubringen, ist schon erwähnenswert, ohne darüber urteilen zu wollen. Die Geschichte verläuft insgesamt total planlos und offenbart tiefgreifende Schwächen im Vermögen des Regisseurs, Spannung aufkommen zu lassen.

Neben der völlig bescheuerten Geschichte sind es aber vor allem die Darsteller, die dem Film eine unfreiwillige Komik einhauchen. Die Protagonistin kommt nur selten überzeugend rüber, ihr Bruder ist ein desaströser Totalausfall und auch die anderen Figuren, angefangen beim Sheriff bis hin zu den Bikern sind allesamt unterste Schublade. Einzig Eric Bennett als Vater Phil Rockwell gefällt bis zu der Szene, als seine Frau getötet wird. Und Brain/Brian gefiel mir auch mit seiner unscheinbaren Art, wobei hier das Ziel vielleicht unabsichtlich verfehlt wurde.

Darüber hinaus sind die Dialoge wirklich übel. Derart unharmonisches Gefasel mit hirnrissigen Themen ist mir selten zu Ohren gekommen. Die Krönung ist aber, wenn der Tellerwerfer über einem seiner Opfer triumphierend steht und darüber philosophiert, wie wichtig Teller sind. Sowas kann man echt nicht mehr ernst nehmen.

Auch das Bild an sich ist stümperhaft und kommt nicht über den Amateurstatus hinaus. Bescheuerte Aufnahmen sind hier in ungewöhnlicher Häufigkeit anzufinden. Die Musik hingegen ist durchaus gelungen, was mich durchaus überrascht hat. Die deutsche Synchronisation passt sich ansonsten leider dem grottigen Stil des Streifens an und entbehrt jeglicher Dynamik.

Was ist denn eigentlich gut am Film? Naja, die Effekte sind eigentlich ganz in Ordnung, auch wenn die Macher ziemlich stolz auf das Fehlen von Köpfen zu sein scheinen. Ansonsten gibt es ausgesprochen solide Goreeffekte. Auch ein zwei absichtliche Witze haben mich zum Lachen gebracht. Insgesamt ist der Film aber auch so durchgehend komisch, wenn auch unfreiwillig. Dann sind da auch noch die billigen, aber nicht störenden Sets.

Was mich besonders gewundert hat, ist die Tatsache, dass der Film ein gar nicht so geringes Budget für einen Amateurstreifen gehabt haben muss. Darüber hinaus scheinen die Macher auch über ausreichend Know.How verfügt zu haben. Jedenfalls lässt einen dies das Making of glauben, welches selbst schon besser unterhält als der eigentliche Film. Hier sieht man, dass sich die Leute ordentlich was gedacht haben und auch die Protagonistin sieht um einiges schärfer aus als im Film. Trotzdem ist das Endprodukt scheiße.

Also ist "Skinned Deep" praktisch ein Totalausfall mit einer abstrusen Geschichte um einen Creator, höchst albernen Figuren, schlechten Darstellern sowie Dialogen und nur ganz wenig Potential. Man sollte sich diesen Film nicht alleine ansehen, da man in einer Gruppe empfänglicher für den unfreiwilligen, trashigen Humor ist. Beim Abspann wird man sich dann nämlich beinahe tot lachen, da ungelogen die gesamten Credits über "Nein" gekreischt wird.

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