Review

Amerika ist groß und Hinterwäldler gibt es viele, - also kann man bis in alle Ewigkeit Redneck-Horror produzieren, der sich im Prinzip nicht allzu sehr vom großen Wegbereiter TCM abhebt.
Wurde auch hier gemacht, nur etwas überzeichneter, greller und vor allem trashiger.

Nachdem die Familie der Heldin Tina von der Killersippe niedergemetzelt wurde, möchte Familienmitglied Brain sie gerne für sich behalten. Tina kämpft sich derweil diverse Male einen Ausweg aus dem Haus der Verrückten, während diese draußen einige Passanten abschlachten.

Mehr gibt die Story nicht her, die sich verschiedener Motive unzähliger Hinterwäldler Geschichten bedient. Doch ein paar Fakten stechen ins Auge.
Da sind zunächst die markanten Mitglieder der Killersippe: Granny, die alte debil grinsende Omi, die alle Durchreisenden anlockt, um dann die ausführenden Organe einzuschalten. Brain trägt seinen Namen nicht umsonst, er ist zwar ziemlich blöde, hat aber ein Riesengehirn, das fast einen Meter über die Augen ragt und sogar Scrabble -Steinchen beinhaltet. Dann gibt es einen bleich geschminkten Liliputaner, der mit scharfen Tellern um sich wirft und einen Typen mit Sonnenbrille mit Kamera drin und einer Bärenfalle als Gebiss.
Die meisten Opfer gehen auf das Konto des Letztgenannten.

Später stellt sich heraus, dass sämtliche Killer Schöpfungen des „Creators“ sind, einem mit Öl eingeschmierten Muskelmann ohne Kopf, dem aber Kabel aus dem Hals ragen, die (vermutlich) in irgendeinen Computer führen. Warum die wahllos töten und sich teilweise vom Fleisch ihrer Opfer ernähren, bleibt ungeklärt. Ebenso, was das für ein Babymonster sein soll, das dem kopflosen Muskelmann aus dem Bauch kommt.
Also, Story egal, Hauptsache ein paar schräge Figuren sorgen an einigen Stellen für ordentliches Blutvergießen.

Zwar sind die Darsteller durch die Bank schlecht und die Synchro mal wieder noch schlechter, doch ein paar kauzige Erscheinungen konnte der Regisseur für sein Debüt gewinnen.
Da bleibt vor allem die Motorradgang von Rentnern in Erinnerung, von denen einer verschrobener aussieht als der andere. Da macht es durchaus Freude, wenn sich so ein weißhaariger, zahnloser Kauz ein Duell mit dem Zwerg liefert, oder ein paar von denen einfach explodieren, weil Granny sie zuvor mit Piece-Plaketten (inklusive Sprengsatz) bedachte.

Die CGIs sehen zwar ziemlich dilettantisch aus, dafür sind die handgemachten Splattereffekte besser. Der Typ mit dem Bärenfallengebiss hat immer eine kleine Sichel dabei, die er für Kehlenschnitte und verschiedene andere Schnittwunden verwendet, da wird ein Arm zerfetzt und Finger abgebissen (ratet mal, von wem) und es fließt in regelmäßigen Abständen Blut.

Was dem Streifen jedoch letztlich fehlt, ist ein angemessenes Tempo und ein paar gute Gags, die sich hier leider an einer Hand abzählen lassen. Da die Story nicht gerade einfallsreich daherkommt, die Kulissen ein wenig einseitig gestaltet wurden und einige zu lang geratene Dialoge immer wieder Fahrt aus dem Geschehen nehmen, hätte man damit an anderer Stelle ein paar Defizite ausgleichen können. Doch über ein Schmunzeln aufgrund der drallen Figuren kommt man selten hinaus.

So gestaltet sich „Skinned Deep“ entsprechend zwiespältig. Wer sich über skurrile Erscheinungen freuen kann, die teilweise nackt und freudig strahlend durch eine Stadt laufen, oder einen Herzstillstand aus der „Innenperspektive“ und ein gut getimtes Erbrechen von oben direkt auf die Kamera, ist bei diesem Trash gut aufgehoben. Wer stilvollem Abschlachten mit Sympathieträgern und spannenden Momenten beiwohnen möchte, sollte diesen troma-ähnlichen Quatsch eher meiden.
5,5 von 10

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