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Die Zeiten der zurückhaltenden und leicht verklemmten romantischen Komödien sind wohl auch in Südkorea vorbei, die jungen Frauen orientieren sich westlich und die Männer finden machohaftes Getue ebenso attraktiv wie ihre westlichen Kinovorbilder. Auffällig erscheinen auch die immer freizügigeren Dialoge der Protagonisten, offen wird über ehemals schlüpfrige Themen geredet und etwas forschere sexuelle Praktiken sind ein Muss bei unseren Grossstadtdamen in Südkorea. Diese Tendenz im südkoreanischen Kino wird durch "Love in Magic" nur nochmals unterstrichen. Der Film will auf der Höhe der Zeit sein und geizt nicht mit eindeutigen Aussagen, da kommt nichts zweideutiges sondern eindeutiges über den Bildschirm und ein jugendlich aufgeklärtes Publikum ist die Zielgruppe.
Bei diesem Beginn muss erahnt werden was nun kommt ; das alles reicht kaum für einen guten Film, freche Dialoge sind nicht zwangsläuffig gut und ein schlechtes Drehbuch tat noch keinem Film einen Gefallen. Das alles ist somit fades Mittelmass und landet bedeutungslos im Mittelfeld des quantitativ immer weiter wachsenden südkoreanischen Kinos.

Der Berufsmagier Woo Ji-hoon ( gespielt von Yeon Jeong-hun ) ist ein Playboy wie aus dem Bilderbuch. Er verzaubert reihenweise die Frauen und schleppt sie eine nach der anderen in Hotels und Motels um mit ihnen Spass zu haben. Die Liste seiner Opfer scheint endlos und sie wächst stetig weiter. Eines schönen Tages holt ihn seine Vergangenheit auf unangenehme Weise ein. Sein Freund entdeckt auf einer "Hidden Cam"-Seite im Internet ein Video von Ji-hoon mit einer unbekannten Frau in eindeutigen Posen. Nicht nur dass dieses Video die Karriere des Magiers gefährden könnte, auch sein Gewissen scheint sich plötzlich zu melden und er sucht seine verflossene Liebespartnerin auf, um mit ihr zusammen das Hotelzimmer und die Kamera zu finden. Er will unbedingt an die Hintermänner kommen und ihnen das Handwerk legen.
Seine damalige Bettpartnerin ist heute Lehrerin und fällt aus allen Wolken. Die mittlerweile seriöse Koo Hee-won ( gespielt von Park Jin-hie ) will von ihrem ehemaligen Playboy eh nichts mehr wissen und erst nach eindrücklicher Überzeugengsarbeit beginnt sie damit die Hotels und Motels der Stadt abzuklappern. Ihr penibel genau geführtes Tagesbuch erleichtert die Aufgabe immens. Im Laufe ihrer gemeinsamen Ermittlung kommen die beiden sich langsam wieder näher.

Also beim Plot keine Überraschungen und bei der Machart ebenfalls keine Experimente. Der Film ist gewohnt routiniert und geschmackvoll gemacht, die Koreaner filmen sowas mittlerweile am Fliessband ab und hier liegt auch das Problem. Der Film hat keinen Wiedererkennungswert und nichts aber auch garnichts lässt ihn aus der Masse herausstechen. Einfach anschalten und knappe 2 Stunden gemächlich und manchmal frech unterhalten lassen, nach 60 Minuten weiss jeder wie es ausgehen wird und beim Abspann hat man den Anfang schon wieder vergessen.
Die beiden Hauptdarsteller sind dabei noch nett anzuschauen, besonders Park Jin-hie schafft den Wandel von der seriösen Lehrerin zum kleinen frechen Betthäschen recht glaubhaft.
Am Ende leider alles belanglos und dabei leider noch ohne jede Logik. Warum ist dem Playboy plötzlich seine Vergangenheit so immens peinlich? Warum nur suchen sie in allen möglichen Zimmer herum, wo sie durch den Film im Netz das besagte Zimmer doch gesehen haben?
Nun gut, es ist so wie es ist sagt die Liebe, was es ist fragt der Verstand. Den schalten wir also aus und erleben eine nette weitere Romcom aus Südkorea. Nur für Fans wirklich geeignet.
Belanglose 5 Punkte.

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