Review

Was uns da als Zombiekomödie verkauft wird, ist die Realverfilmung eines Mangas, der in Japan offensichtlich sehr erfolgreich ist.
So ist es auch das Regiedebüt des japanischen Regisseurs Sato, der immerhin am Drehbuch von „Ichi The Killer“ beteiligt war und hier eine kulturell typisch abgedrehte, alberne Mixtur aus Zombietreiben, Gladiatorenkämpfen und Buddy-Movie abliefert.

Der Film besteht aus zwei Geschichten, die durch ein Manga-Insert zur Hälfte der Laufzeit unterteilt werden.
In der ersten lernen wir die Tollpatsche Fujio und Mitsuo kennen, zwei Lagerarbeiter, die ihre Zeit überwiegend mit dem Trainieren von Jiu-Jitsu verbringen. Eines Tages bringen sie ihren Chef um, vergraben die Leiche bei der größten Mülldeponie rund um Tokio und schon entsteigen Zombies aus der schwarzen Erde.
Fortan sind die beiden auf der Flucht in ihrem bunten Kleinbus.

Die zweite Hälfte setzt fünf Jahre später an: Mittlerweile haben sich die Reichen des Landes zusammengeschlossen und lassen die armen Überlebenden der Zombie-Epidemie wie Sklaven für sie schuften.
Zu Unterhaltungszwecken werden Gladiatorenkämpfe aufgeführt, bei denen das Prinzip Mensch gegen Zombie angewandt wird. Fujio ist mittlerweile ein guter Kämpfer, doch eines Tages steht er seinem alten Freund gegenüber.

Die Story ist ein wenig unentschlossen und lahmt an vielen Ecken und Enden.
Fast bruchstückhaft wird man in der ersten Hälfte sehr distanziert mit einigen Begebenheiten konfrontiert. Da wird eine Leiche entsorgt, während ein junges Paar die Mutter des Gatten eingräbt, während die Gattin ihr den Kopf wegtritt (der meterweit und noch schreiend durch die Luft fliegt). Da überfallen zwei Schüler einen Geschäftsmann, während Zombies antraben und der ehemalige Lehrer Fujios entpuppt sich als Päderast, dem auch gleich der Pi von einem Zombie abgebissen wird. Erstmal alles recht befremdlich und teilweise zusammenhanglos.

Die Zombiemasken sehen dabei recht ordentlich aus, doch der Blutgehalt deutet sich eher an, als dass man explizit etwas zu sehen bekommt, - und wenn, dann schaut´s recht stümperhaft nach Latex aus.
Vielmehr beschäftigt man sich mit dem Gekabbel zwischen unseren fliehenden Helden, was selten mehr als ein Schmunzeln bewirkt, da einige Aktionen reichlich viel Klamauk und dumme Dialoge mit sich bringen.

Einzige Höhepunkte bieten ein paar atmosphärische Momente, etwa, wenn die menschenleere Großstadt von wankenden Zombies gefüllt ist oder sich eine Schar von Untoten über eine Brücke bewegt um sich anschließend, aus der Distanz gefilmt, ins Wasser zu stürzen.
Dabei hat man jedoch insgesamt selten das Gefühl einem Zombiefilm oder einer Parodie dessen beizuwohnen, als einem typisch japanischen Streifen, dessen Humor sich dem westlichen Publikum kaum erschließt, mit kurzen Röckchen einiger Schulmädchen oder schwulen Klischee-Typen, die entweder knutschen oder Hintern versohlen wollen.

Die zweite Hälfte büßt in Sachen Vielfalt und Unterhaltungswert jedoch noch eine Menge ein.
Hier steht nur noch Fujio im Vordergrund, der seine Ringkämpfe stets mit einem Move beendet. Die Herumtreiberin, die er und Mitsuo auf ihrer Flucht noch aufgabeln konnten, wohnt bei ihm. Die beiden hassen und beschimpfen sich, haben aber eine etwa fünfjährige Tochter, die noch nie gesprochen hat.
Im Vordergrund stehen hier die Kämpfe, oder vielmehr, das Drumherum.

Da die Fights recht karg oder gar langweilig inszeniert wurden (kaum etwas ist öder als Ringen oder wie ein Schuljunge mit der Faust zuzuschlagen), beschäftigt man sich mehr mit dem schwulen Ring-Ansager, Gebete an den toten Freund und einem Typen, der gegen Ende ohne Ankündigung auftaucht und mit einer Gattling-Gun ein flüssiges Gemisch aus Kot und Urin auf die zumeist weiblichen Zuschauer abfeuert, - Frauen kommen hier eh durch die Bank ganz schlecht weg.

Insgesamt tritt hier der Klamauk aber etwas in den Hintergrund und die nachdenklich philosophische Seite soll hervorgehoben werden. Ein Ansatz, der im Nu verpufft, denn ich kann keine Kämpfer ernst nehmen, die sich wie zwei S/M-Schwule umeinander knoten und sich gegenseitig Versprechungen entlocken wollen.
Wenn dann die Gitarre im Hintergrund noch besinnlich zupft, anstatt mit Rhythmus anzutreiben, bleibt nahezu jeder Kampf spannungslos.

Vielleicht hätte der Streifen einen besseren Eindruck hinterlassen, wenn man sich auf die schlichte, aber stets wirkungsvolle Ausgangslage mit Zombies in Tokio beschränkt hätte.
Hier kann zuweilen sogar der Humor punkten, wenn beispielsweise im Hintergrund einfach mal ein Flugzeug abstürzt oder ein Typ vom Auto überrollt wird, glücklich und unversehrt wieder aufsteht, während bereits Zombies zum Angriff bereit stehen.

Obgleich die beiden Hauptdarsteller ihre Sache gut machen und nicht allzu viel overacten, wird man lange Zeit nicht mit ihnen warm, die Albernheiten nerven und trotz einiger Schauplatzwechsel fehlt es fast komplett an Drive, was in der letzten Hälfte noch wesentlich deutlicher wird.

Zwar kein gänzlich schwacher Streifen, aber einer, der für meinen Geschmack falsche Prioritäten setzt und somit gute Ideen einfach verschenkt.
4 von 10

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