Review

Eigentlich kann man als Regisseur und Autor keinen Backwood-Slasher vergeigen, schließlich weiß man ja spätestens seit TCM, nach welchem Schema das abläuft und welche Zutaten es benötigt.
Das dies doch möglich ist, zeigt Regiedebütant McMahon hier jedoch recht eindrucksvoll, indem es erst gar nicht zum titelgebenden Blutvergießen kommt und man im Verlauf immer mehr das Interesse am Geschehen verliert, - also muss da mit der Dramaturgie etwas oberfaul sein.

Denn an sich klingt das für TCM-Freunde recht interessant: Zwei Brüder leben zurückgezogen im Wald, bis sie mit zwei jugendlichen Paaren konfrontiert werden und die Gewaltbereitschaft der Brüder so richtig zum Ausbruch kommt.

Klingt nach Eskalation, blutiger Folter und grausamen Morden, doch von alledem findet sich hier rein gar nichts.
Nachdem man die Brüder und ihr unterschiedliches Grundwesen (der eine schüchtern und eigentlich friedlich, der andere schweigsam aber leicht reizbar) vorgestellt hat, werden auch die Paare eingeführt, wobei man sich hier nur auf Beth konzentrieren sollte, da sie sich rasch als dafür vorgesehene Sympathieträgerin entpuppt (sie trinkt als einzige kein Bier…).
Bewegung kommt jedoch erst mit dem ersten Aufeinandertreffen der beiden Parteien zustande: Einer der Brüder spannt beim Kuscheln im Auto, wird entdeckt und verprügelt, während der zweite Bruder mit Knüppel hinzukommt und seinerseits auf die Typen einschlägt. Fällt schwer zu glauben, aber im Nachhinein ist dies die einzig halbwegs spannende Szene, denn von nun an geht´s bergab.

Da mischt dann auch noch der Sheriff mit, der Vater eines der Paartypen, und stellt die Brüder zur Rede, sieht sich im Haus um, doch dabei entstehen auch ungeahnte Längen.
Später wird auch Heldin Beth überwältigt und gefangen gehalten, doch diverse Befreiungsversuche werden so schnell vereitelt, dass erst gar keine Spannung aufkommen will. Noch hastiger werden ihre beiden Freunde überwältigt, - auch hier bleibt ein Mitfiebern gänzlich aus. Ob da noch ein unbeteiligtes Wanderpärchen Opfer der Brüder wird, ist zu diesem Zeitpunkt bereits völlig Banane, da die Motivation der beiden völlig aus der Luft gegriffen erscheint.
Was dem Streifen jedoch vollends das Genick bricht, ist der überhaupt nicht stattfindende Showdown und die letzten wirren Einstellungen, die am Ende überhaupt keine Auflösung oder Erklärung liefern.

Vielleicht könnte man das Geschehen hin und wieder aufmerksamer verfolgen, wenn es denn zumindest einige Gewalteffekte zu bestaunen gäbe, doch auch in diesem Punkt weit gefehlt.
Diesbezüglich ist die kurze Einstellung eines harmlosen Kehlenschnitts die einzig explizite Szene, - alle anderen Taten finden komplett im Off statt. Da muss man sich halt ausmalen, wie ein Bein abgesägt oder ein Körper mit der Axt zerstückelt wird, während etwas Blut in die Gesichter der Figuren spritzt.

Ja, die Figuren und ihre Darsteller. Man mag sich bereits denken, dass hier nicht allzu talentierte Performer abgelichtet werden. Einzig Christopher Childs, der den etwas zurückgebliebenen Bruder Donnie spielt, beweist so etwas wie brauchbares Talent und agiert nicht völlig hölzern.

Am Ende steht ein überaus langweiliger und zu keiner Zeit mitreißender Slasher, der sämtliches Potential in den Sand setzt.
Das Erzähltempo ist durch und durch lahm, Handlungen erhalten keinen einleuchtenden Hintergrund und generell geschieht einfach zu wenig.
Da nach etwa 50 Minuten (von knapp 80) ohnehin nur noch zwei potentielle Opfer übrig sind, verläuft das Geschehen nahezu im Sande, während inhaltslose Passagen durch den Streicherscore noch langatmiger erscheinen und man im Verlauf immer weniger aufmerksam zuschaut.
Ergo: Belanglos, unspannend und uninspiriert, - einer der schwächsten Backwood-Slasher, die zur Sichtung freigegeben sind.
Knapp
3 von 10

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