Review

So, hab mir jetzt mal "Rambo 3" in der ungekürzten Fassung auf DVD reingezogen. Eigentlich braucht man für diese Kritik nur Homer Simpson zu zitieren: "Langweilig!" Und zwar (fast) alles: Darsteller, Handlung und Action!

Colonel Trautman (Richard Crenna) spürt seinen Lieblings-Kaputtmacher John Rambo (Sylvester Stallone) in Thailand auf, wo er den Schlitzaugen die Birne weich prügelt und bei Bauarbeiten an einem Kloster hilft. Trautman will seinen Schützling für die nächste Mobilmachung gegen die bösen Russen in Afghanistan gewinnen. Doch Rambo lehnt ab. So begibt sich Good Old Trautman allein mit ein paar GI's ins Osama-Land und fällt den Russen in die Hände. Nun fackelt Rambo natürlich nicht lange und macht sich auf nach Afghanistan, um seinen Mentor freizuballern und nebenbei Osamas Leute gegen die stets bösen Russen zu unterstützen...

Wie in Teil 2 spielt Sylvester Stallone (Get Carter) hier Rambo nicht mehr wie einen traumatisierten Vietnam-Veteranen, sondern wie eine unaufhaltsame Zerstörungs-Maschine. Hirnlos trampelt Rambo demnach durchs afghanische Bergland und meuchelt massenweise Kommunisten nieder. Dabei wirkt er von der Frisur her eher wie ein Mitglied der Band "Queen". Von Richard Crenna (Jade) sieht man auch nix mehr Neues, außer dass er zur abswechslung mal eine Flinte in die Hand nimmt und selber rumballern darf. In den bisherigen "Rambo"-Filmen dachte man eigentlich, dass Trautman nur labern und Rambo in den Himmel loben kann. Wie man sich halt teuchen kann! Einen Kurzauftritt hat dann noch Kurtwood Smith (RoboCop), der sich aber schnell wieder aus dem Staub macht.

Da weder eine halbwegs vernünftige Story noch freudig spielende Darsteller vorhanden waren, dachte ich, dass in "Rambo 3" wenigstens die Action stimmen würde. Aber damit war wohl nix! Zwar ballert Rambo auch hier wieder viel und gerne rum, und es gibt Explosionen im Mengenpacket, doch irgendwie hat Regisseur Peter MacDonald (Der Legionär) das alles ziemlich lustlos in Szene gesetzt. Obwohl ich eigentlich jemand bin, der für banale Action a'la "Phantom Kommando" oder "City Cobra" zu haben ist, konnte mich die Action von "Rambo 3" wenig begeistern. Einziger Lichtblick ist der Stockkampf am Anfang, der später in "Hot Shots! - Der 2. Versuch" gemeinsam mit Van Dammes "Karater Tiger 3 - Der Kickboxer" parodiert wird. Wenigstens hat man auf den ätzenden US-Patriotismus des zweiten Teils verzichtet. Allein diese Begebenheit hielt mich davon ab, die DVD aus dem Player zu werfen. Ansonsten gibts im "Rambo"-Land nix Neues.

Witzigerweise unterstützt hier Rambo die Leute von Osama Bin Laden im Kampf gegen die "bösen" Russen. Oder waren diese gar nicht so böse und hatten nur eine Vorahnung von dem, was noch kommen würde? Wie es ein Afghane im Film schon sagte: "Erst Alexander, dann Dschinges Kahn, die Briten und jetzt die Russen!" Dabei war der Ami 1988 noch gar nicht da gewesen. Denn nachdem George W. Bushs Armee der "Vereinigten imperialistischen Staaten Amerikas" 2002 zu Besuch war, steht in Tora Bora kein Stein mehr auf dem anderen. Somit sind Rambos Bemühungen in diesem Film umsonst. Aber wenigstens darf er Osamas Höhle per Pfeil und Bogen vor den bösen Kommunisten verteidigen! Darauf kann Rambo stolz sein.

Alles in allem ist "Rambo 3" eine mehr als enttäuschende Fortsetzung, die mich nicht vom Hocker reißen konnte. Bitte, Sly... geh in Rente und mach keinen vierten "Rambo"-Film mehr!

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