Leider müssen wir mit dem dritten Teil Abschied von Vietnamveteran John Jay Rambo nehmen. Ein vierter Teil, da sollte Rambo den Kolumbianern ordentlich einheizen, war geplant, aber das Projekt ist leider geplatzt. So ist dies die Abschiedsvorstellung von einer Ikone aus den 80er Jahren.
Dafür ließ man es hier noch einmal richtig krachen. Das Drehbuch lieferte Sylvester Stallome persönlich, mit Hilfe von Sheldon Lettich ( Leon, Double Impact ).
Als Regiesseur wählte man Peter MacDonald ( Der Legionär ).
Den Rest lieferten die Carolco Jungs mit den zwei Hauptproduzenten Mario Kassar und Andrew Vajna. Sie erbrachte gemeinsam ein Budget von über 60 Millionen Euro zusammen und ließen damit den Vorgänger locker im Schatten stehen. Am Anfang blieb der Erfolg aus, denn in den USA waren die Zuschauer nicht mehr so begeistert und die Kritiker nahmen den Film übel in die Mangel. Sie bezeichneten ihn als ideologisch sehr fragwürdig, womit sie eigentlich auch recht hatten. Doch als Rambo III dann internationale Wege ging, kam der Erfolg doch noch und übertrumpfte auch locker den zweiten Teil. Rambo III wurde neben " Rocky 4 " zum erfolgreichsten Stallonevehikel.
Um Eines gleich vorweg zu nehmen, von dem gebrochenen Antihelden ist hier nichts mehr vorhanden. Rambo ist eine muskelbepackte, grimmige Kampfmaschine. Wie Trautman sagt:" Gott kennt Gnade, er nicht ". Dafür ist er hier etwas ironischer als in den beiden Vorgängern, so hat Rambo hier einige trockene Sprüche auf Lager, welche den ernsten Plot etwas lockern. Vor allem der Dialog mit dem blauen Licht, welcher heute schon Kultstatus besitzt, aber Viele ihn auch als komplett schwachsinnig abtuen.
Der Plot ist wirklich ideologisch sehr fragwürdig, denn er ist dem tapferen Volk von Afghanistan gewidmet und die Russen sind mal wieder die Bösen. Ich kann das daher verstehen warum das die Betroffenen nicht so lustig fanden.
Auf jeden Fall hat Rambo ( Sylvester Stallone ) endlich Frieden in einem Kloster gefunden. Doch Colonel Trautman ( Richard Crenna ) besucht ihn und bittet ihn an einem Einsatz teilzunehmen. Aber Rambo lehnt. Trautman fährt ohne Rambo nach Afghanistan und gerät in Gefangenschaft. Das kann Rambo natürlich nicht auf sich sitzen lassen und reist hinterher. Hier verbündet er sich mit dem afghanischen Volk. Trautman wird derweil von dem russischen Oberst Zaysen gefoltert. Doch Ein Mann Armee Rambo lässt nicht lange auf sich warten und dringt in die Festung ein und befreit den Colonel. Der Schauplatz verwandelt sich bald in eine Schlachtfeld und Rambo und Trautman müssen es bis zur Grenze schaffen.
Man muss sich etwas gedulden bis der Film richtig zu Potte kommt. Am Anfang gibt es als Actionszene nur einen harten Stockfight zu sehen, welchen Rambo natürlich für sich entscheidet und ein kleiner aber blutiger Shootout, wo Colonel Trautman gefangen genommen wird.
Danach wird Rambo rehabilitiert und verbündet sich mit den Afghanen. Man bekommt mit was für Leid sie ertragen müssen und natürlich werden sie hier als gutes Volk hingestellt. Doch dann kommt der erste Angriff von Zaysen auf das Dorf. Bei diesem Angriff sterben massenweise Leute, auch Frauen und Kinder. Von dort an verwandelt sich Rambo III in einen knallharten Actionfilm, welcher das Non Stop Actiontempo bis zum Schluss durchhält.
Damit die Russen noch gemeiner und bösartiger erscheinen, bedienen sie sich natürlich auch jeglicher Foltermethoden. So werden Leute zusammengeschlagen, inklusive Trautman, mit Flammenwerfern verbrannt, aufgeschlitzt oder blutigst erschossen. Auch der Zuschauer soll wie Rambo einen Hass auf die Russen haben. Und dieser rückt dann auch bald an und sprengt die halbe Festung in die Luft. Es gibt riesen Explosionen am leufenden Band, viele blutige Einschüsse und es wird zerstört was da ist. Auch die berühmte Selbstbehandlung Rambos ist wieder enthalten. Diesmal rückt er seiner Verletzung wieder mit Schießpulver auf den Leib. Da er Trautman bei ersten Mal nicht befreien konnte, dringt er halt noch mal in die Festung ein und flieht mit dem Colonel.
Unterwegs hinterlassen sie einen Haufen Leichen. Rambo darf in einer riesen Höhle wieder ein Guerillia Spielchen mit seinen russischen Freunden veranstalten und schickt Einen nach dem Anderen zur Hölle. Auch das Finale hat es nochmal in sich. Leute werden in Dutzenden erschossen, dies meist blutig und riesen Explosionen füllen den ganzen Bildschirm aus. Hier wird nochmal ein riesen Feuerwerk veranstaltet und danach weiss man warum man dieses große Budget gebraucht hat.
Leider bleiben die Keilereien wieder etwas auf der Strecke, außer die mit dem dicken Russen, sind alle immer ganz schnell geklärt. Trotzdem ist die Action der absolute Hammer und der Bodycount kletterte zum ersten Mal in dreistellige Höhen.
Kamera, Optik und Kulisse wirken wieder sehr realistisch. Während man Anfangs in Thailand noch teils Exotik walten lässt, wird es in der Wüste Afghanistans sehr trist. Trotzdem sehen die Wüstenpanoramabilder sehr schick aus. Die Festung von Oberst Zaysen ist natürlich die pure Hölle.
Die Musikuntermalung stammt auch hier wieder von Jerry Goldsmith. Auch hier verwendet man meist die Sounds aus Teil 1 und 2. Natürlich hat man auch ein paar neue Klänge dazugegeben. Die teils sehr heroische Musik passt einfach zu unseren Helden und untermalt Rambo III sehr kräftig.
Sylvester Stallone schlüpft das letzte Mal in die Rolle der Kampfmaschine, diesmal mit einer noch längeren Frisur. Auch hier ist er wieder der wortkarge, gnadenlose und grimmige Einzelkämpfer, nur besitzt er hier etwas Selbstironie, was in den anderen beiden Teilen fehlte. Trotzden braucht er hier nicht mehr als drei Gesichtsausdrücke, denn es geht um die Action und in dieser sieht er gewohnt super aus.
Auch Richard Crenna iat der Reihe treu geblieben und spielt zum dritten Mal den Colonel Trautman. Er ist gewohnt sympatisch und lobt auch hier seinen " Jungen " in den Himmel. Trautman gehört einfach zur Reihe dazu.
Auch die restlichen Darsteller erledigen ihre Sache sehr gut.
Ein wirklich geiler 80er Jahre Actionfilm. Pfeift auf die Story, denn hier zählt nur die Action. Und die ist gewaltig. Leute sterben wie die Fliegen, meist mit blutigen Einschüssen. Es fliegt alles in die Luft was vorhanden ist, man meint wirklich der Krieg wäre ausgebrochen. Dazu gibt es die gewohnt schicke Kulisse mit einem sehr heroischen Sound. Sylvester Stallone zeigt uns das, was wir von ihm sehen wollen und auch die restlichen Darsteller gehen in Ordnung. Die Ideologie des Films muss keiner verstehen, aber Rambo III ist Actionkino pur.