Nachdem er John Rambo, gespielt von Sylvester Stallone, um dessen Hilfe gebeten hatte, begibt sich der ehemaliger Colonel des Veteranen, gespielt von Richard Crenna, selbst nach Afghanistan, um dort die Mudschahid bei ihrem Kampf gegen die Sowjets zu unterstützen, wird dann aber entführt. Nun beschließt Rambo, doch noch, sich nach Afghanistan zu bewegen, um seinen einzigen Vertrauten zu retten.
"Rambo" war eine durchaus vielschichtige Charakterstudie über einen traumatisierten Veteranen, der schließlich rot sieht, im Sequel wurde er zu einem typische, stählernen, unverwundbaren und unglaublich flach konstruierten Actionhelden, wie man ihm vom 80er-Jahre-Actionkino kennt, abgewertet, wobei der Film immer noch mit seinen gelungenen Action-Szenen gut zu unterhalten wusste, aber das, was die Macher hier abliefern ist endgültig der Tiefpunkt der Reihe, der nicht einmal mehr solide unterhält.
Bereits im zweiten Teil der Reihe war Rambo lediglich ein 0815-Held auf Comic-Niveau, aber hier wird es noch schlimmer. John Ramo wirkt hier noch unverwundbarer und noch unmenschlicher als im letzten Film und die Versuche, Rambo mit ein paar martialisch klingenden Bemerkungen als beinahe biblischen Helden darzustellen sind schlicht und einfach lächerlich und treiben das Niveau noch weiter nach unten. Zudem ist auch die Handlung in ihrer Stupidität kaum zu überbieten. Nicht einmal als Vehikel für die Actionszenen will die vorhersehbare, mit Stereotypen überhäufte Geschichte überzeugen, die nicht einmal ansatzweise auf die aktuelle Situation in Afghanistan einzugehen versucht.
Während der Vorgänger immerhin noch mit der hervorragenden Action unterhalten konnte, scheitert dieses Armutszeugnis auch hier. Die Action-Szenen, die in Bezug auf die Brutalität endgültig alle Rahmen sprengen und dem Film zu recht einen Eintrag als brutalster Film aller Zeiten im Guinness-Buch der Rekorde einbrachten, wirken allerdings viel billiger als im ersten Teil. Die Pyrotechnik bewegt sich auf B-Movie-Niveau und die Schießereien, die man bereits aus dem zweiten Teil zur Genüge kennt, haben auch keinen sonderlich hohen Reiz mehr, so ist der Film leider nur mäßig unterhaltsam. Zudem haben die kahlen, trockenen Steinwüsten Afghanistans bei weitem nicht den optischen Reiz, wie es der Dschungel Vietnams noch hatte. Auch wenn die Kerker, die Rambo schließlich stürmt relativ bedrückend und düster wirken, wird diesmal erneut keine dichte Atmosphäre erzeugt. Einzig und allein der Score von Jerry Goldsmith zeigt stellenweise mal auf, dass es kein billiges B-Movie ist, das man zu sehen bekommt, aber ansonsten findet man das 60-Millionen-Dollar-Budget kaum wieder, teilweise wird der Film mit seinen vollkommen überdrehten, aber nicht sonderlich gut gemachten Action-Szenen sogar trashig, eigentlich ist es eine Schande, das der Film denselben Titel wie der erste Teil der Reihe trägt. Wie später bei "Der Legionär" zeigt Regisseur Peter McDonald also mehr als offensichtlich seine Defizite auf.
Sylvester Stallone spielt wie immer eher mittelprächtig, angesichts der flachen Charakterkonstruktion stört dies aber auch nicht weiter, zumal es bei seiner Rolle sowieso eher um physische Vorzüge geht, die er ja durchaus hat. Warum er die Figur des John Rambo hier so ins Lächerliche ziehen lässt ist mir dennoch unklar und zeigt einmal mehr sein vollkommen schlechtes Gespür für gute Filme. Richard Crenna macht sich als Colonel erneut sehr gut, ist damit aber so ziemlich der einzige gute Darsteller in einem eher schwachen Cast.
Fazit:
Damit ist die "Rambo"-Reihe dann wohl endgültig auf unterstem Niveau angekommen. Die Actionszenen sind nicht so gut gemacht, wie beim Vorgänger, die Charakterkonstruktion erreicht einen neuen Tiefpunkt und die Handlung entspricht dem typischen Muster des menschenverachtenden 80er-Jahre-Actionfilms. Da auch der Cast nicht wirklich überzeugt und die Brutalität die Grenzen des guten Geschmacks überschreitet, ist damit nur noch gepflegte Langeweile drin und ein hohes Maß an Enttäuschung.
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