Geburtsstunde des „Wayans-Style“?
„Ghettobusters“ ist ein entscheidender Film für das „Black Hollywood Cinema“. Vorläufer von sowas wie „Scary Movie“, irgendwo zwischen den Generationen, zwischen „Foxy Brown“ und „Boyz N The Hood“, einer der ersten Schritte für die „Wayans-Dynastie“. Kommentar auf das schwarze Hollywood, Klischees und Gewohnheiten. Und noch ein ziemlich lustiger Film obendrauf. Kein Oberknaller - aber ich musste oft genug laut lachen! Erzählt wird in der mal cleveren, mal idiotischen Parodie von ein paar schwarzen Helden ihrer Hood, die es mit dem bösen „Mr. Big“ aufnehmen und endlich wieder für Gerechtigkeit sorgen wollen…
Shaft trifft Superfly trifft Frank Drebin
Ende der 80er hatten Filmparodien mit sowas wie „Airplane“ oder „Top Secret“ bereits eine große und erfolgreiche Tradition. Nur das Blacksploitation-Subgenre blieb dabei weitestgehend „verschont“. Das traute sich das „weiße Hollywood“ nicht und das schwarze Hollywood kam wohl noch nicht auf die Idee bzw. sah noch immer gerne die ernsteren Versionen ihrer Ghettokrimis oder noch nicht genug Tradition für eine solche straight-up „Veralberung“. Doch „Ghettobusters“ drehte den Spieß dann um, nahm sich Zucker, Nielsen und Co. als Vorbild und eben das „Black Cinema“ als (verehrtes) Ziel. Ganz entscheidet sich „Ghettobusters“ nicht komplett drüber zu sein, die „Witze pro Minute“-Rate könnte höher sein. Die Balance zwischen Gangstergeschichte und totalem Wahnsinn schwankt hier drastisch. Mal sehen wir klar und deutlich einen weißen Stuntman mit Schnurrbart, der eine schwarze Kung Fu-Mama (!) doubelt - was es so auch 1:1 in „Die nackte Kanone“ hätte geben können. Dann müssen wir aber wieder minutenlang eher unspektakulären und unlustigen Dialogen zuhören und man findet kaum einen Gag weit und breit. Da hätte ich mir dann lieber doch mehr Tempo und Commitment zu Verrücktheiten gewünscht. Aber ansonsten ist „Ghettobusters“ schon eine schöne, kurze und naive Nummer. Etliche Altstars gibt’s zu bestaunen, die ein Jahrzehnt zuvor noch „the real deal“ waren. Auch zukünftig bekannte Gesichter wie Chris Rock kann man erhaschen. Der Soundtrack passt. Und man merkt insgesamt einfach, dass „Ghettobusters“ weder Angst noch Disrespekt vor/für seine Vorbilder hat. Er lacht ganz klar mit ihnen als über sie. Und er ebnete natürlich auch für sowas wie „Hip Hop Hood“ und „Black Dynamite“ den Weg.
Fazit: sympathische Blacksploitation-Parodie mit lauten Lachern genauso wie lähmendem Leerlauf. Trotzdem ist das überfällige und selbstbewusste Augenzwinkern auf „schwarze Helden“ irgendwie toll. Ein „Naked Gun“ ist’s aber lange nicht.