Bei Mortal Kombat handelt es sich um ein Turnier, bei dem sich die besten Kämpfer der Outworld mit den besten Kämpfern der Erde duellieren. Wenn eine der beiden Welten zehn mal in Folge gewinnen kann, erlangt sie die Kontrolle über die andere Welt. Ein Zauberer konnte für die Outworld neun mal in Folge gewinnen, weswegen der Donnergott, gespielt von Christopher Lambert, die besten Kämpfer der Welt um sich schart, um gegen die andere Welt anzutreten
Mittlerweile haben "Street fighter" oder "Double Dragon" doch eindrucksvoll bewiesen, dass Filme zu Computerspielen alles andere als Kassenschlager sind. Aber dennoch lässt Paul W. S. Anderson sich nicht eines besseren belehren und setzt den Film "Mortal Kombat" zum gleichnamigen, mittlerweile indizierten, Computerspiel in Szene. Und auch dieses Werk ändert meine Ansichten zu Computerspiel-Verfilmungen nicht grundlegend, traurig ist nur, dass Andersen mit diesem Schund über 100 Millionen Dollar einspielen konnte.
Zur Story gibt es nicht viel zu sagen. Dass diese weder durch irgendeine Form von Tiefe oder Vielschichtigkeit beeindrucken kann, noch durch irgendwelche Wendungen überraschen kann, liegt erst einmal auf der Hand. Dies ist jedoch bei Action-Filmen noch zu verschmerzen, was jedoch nervt ist, dass der Film darüber hinaus nicht einmal einen Ansatz von Logik enthält. Außerdem nimmt der Film sich viel zu ernst, was man unter Anderem an den martialischen und billigen Dialogen merkt. Die Grundidee ist vielleicht noch einigermaßen innovativ und sinnstiftend, hätte aber in eine wesentlich bessere Story gepackt werden müssen, denn diese Story ist ein Desaster.
Die Umsetzung ist ebenfalls schwach. Die Kulisse wirkt absolut unrealistisch und billig. Nicht einmal irgendwelche Mauern und Steine sehen echt aus, da man das bemalten Styropor deutlich sieht. Immerhin kann Anderson die Musik einigermaßen erträglich gestalten. Zwar passen die Techno- und Hip-Hop-Stücke nicht zu einem Film, der eher so im Mittelalter spielt, dafür können sie aber wenigstens die Kampfszenen gut unterlegen. Das Erzähltempo ist einigermaßen schnell, sodass die dämliche Handlung wenigstens nicht auf der Stelle tritt. Bei den Effekten setzt Anderson ganz klar auf Masse statt Klasse. Sie wirken so billig, als wären sie dem Computerspiel entlaufen. Die Kampfszenen sind einigermaßen solide. Vor allem die schlechten Effekte lassen den Streifen sehr trashig wirken. Anderson beweist hier einmal mehr sein höchstens mittelmäßiges Talent als Regisseur. Hätten diverse Produzenten dies ebenfalls früher erkannt, wären uns vermutlich Werke wie "Resident Evil" und "Alien vs. Predator" erspart geblieben.
Der Unterhaltungswert ist solide. Obwohl wirklich alles an diesem Film schlecht ist, kann Andersons Schundfilm einigermaßen ordentlich unterhalten. Der Film läuft recht schnell an und bietet dann den ganzen Mittelteil über konstante und kurzweilige Unterhaltung, die hauptsächlich aus der trashigen Umsetzung und dem schnellen Tempo resultiert. Zwischendurch gibt es ein paar auflockernde Gags. Vor allem die solide choreographierten Kampfszenen können gut unterhalten, besonders, da sie überaus zahlreich im Film vorkommen. Das Finale, das wohl spannend werden sollte, ist leider wenig furios. Spannung oder Dramatik wird überhaupt nicht aufgebaut.
Die Darsteller sind ebenfalls schlecht. Christopher Lambert spielt zwar eine Nebenrolle, doch statt selbst mitzumachen, beschränkt er sich viel mehr darauf, andere kämpfen zu lassen. Seit "Highlander" geht seine Karriere bekanntlich den Bach runter und dies ist definitiv ein weiterer, großer Schritt nach unten. Seine Mimik ist einmal mehr überaus schlecht und da er nicht einmal kämpft, ist seine Rolle absolut überflüssig. Robin Shou spielt seine Hauptrolle unglaublich schlecht, liefert dafür aber die besten Kampfszenen. Auch die übrigen Darsteller spielen mehr als dürftig und vollenden damit den trashigen Film.
Fazit:
Eigentlich bin ich kein Fan von trashigem Schund, doch dieser Film ist noch einigermaßen unterhaltsam. Trotz der desatrösen Story und den unglaublich schwachen Darstellern kann der Film durch solide Action-Szenen unterhalten und liefert mit den billigen Effekten Trash vom Feinsten. Dennoch ist "Mortal Kombat" höchstens durchschnittlich. Eher was für Fans solcher Schundfilme.