Hartes japanisches Drama mit allerhand Bondage und SM, in dem der Wille einer Frau gebrochen werden soll, damit diese alle Wünsche erfüllt. Mit Hilfe von Fesseln und anderen Utensilien soll dieses sadistische Unterfangen bewerkstelligt werden.
Neben "Im Reich der Sinne" ist "Flower and Snake" wohl einer der legendärsten japanischen Sexfilme überhaupt, wobei die Geschichte auf dem Roman von Oniroku Dan basiert und etliche Fortsetzungen nach sich zog. Beim ersten Teil handelt sich um ein bisweilen höchst verstörendes Kammerspiel, das nicht mit eindringlichen Szenen spart. Zwar werden nie die Grenzen zum echten Porno überschritten, doch ist die Tour de Force einer jungen Frau mit allerhand bizarren Schikanen versehen, bei denen Hauptdarstellerin Naomi Tani allerdings voll in ihrem Element gewesen sein dürfte. Diese wurde nicht ganz grundlos die "Queen of Pink" genannt - Autor Dan war mit dem Gesamtergebnis wohl nicht so ganz einverstanden.
Dessen Roman galt als unverfilmbar, wobei "Flower and Snake" den SM zu einer Angelegenheit macht, die auch in Nachbars Wohnzimmer passieren könnte. Die reinen Spielfilmparts erscheinen hingegen wie ein normales Drama und nehmen immer wieder einiges von dem Drive heraus, den Regisseur Masaru Konuma zuvor aufbaute. Zudem dominieren die reinen Schauwerte während die eigentliche Handlung allzu viel Tiefgang vermissen lässt. Und auch eine bisweilen etwas zügigere Inszenierung hätte es trotz der knappen Spielzeit gerne sein dürfen.
Dennoch ein hartes, intensives Drama. Und noch dazu ungeblurrt. 7 von 10 Punkten.