Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen, diese Zelluloidschändung zu sehen, und obwohl ich für gewöhnlich von gekürzten Fassungen wenig begeistert bin, war ich in diesem Falle zutiefst dankbar, daß Laser Paradise die FSK-16-DVD um runde zwanzig Minuten erleichtert hat. Doch selbst die verbliebenen 87 Minuten sind schwer genug zu überstehen.
Ich habe absolut keine Einwände, wenn mir ein Regisseur Dekadenz, Orgien, Ausschweifungen, Sex, Intrigen und Meucheleien im alten Rom vorführen möchte. Ich bitte sogar darum. Doch bedauerlicherweise hat das Trio Infernale, das hier Regie führte, leider keinen Film fabriziert, sondern stattdessen einen cineastischen Müllkübel ausgeleert. Eine ebenso reizlose wie für die - äh - Handlung unwesentliche Softsex-Szene folgt der nächsten, jeder treibt's mit jedem, und jede Menge nackte Haut der Handelsklasse B gibt es natürlich auch zu sehen.
Eigentlich halb so schlimm? Ha! Ich erwähnte die hirnzersetzenden Dialoge noch nicht, die der Autor der Synchronfassung offenbar teils von den Wänden öffentlicher Toiletten abgeschrieben hat und den Rest von einem beliebigen auf der Straße aufgelesenen Proleten als Ghostwriter verfassen ließ. Da sabbelt ein unzufriedener Offizier schon mal von "unserem kaiserlichen Obermotz", und während der reichlich vorkommenden Sexszenen darf man sich Perlen anhören wie "Mein gepriesener Schwanz steckt in dir wie das Schwert in der Scheide". Jupiter, wirf Hirn vom Olymp!
Immer noch nicht genug? Na, dann kommen wir mal auf einen weiteren Aspekt zu sprechen: Das Budget des Films. Es gab nämlich keins. Zumindest dürften keine Mittel verfügbar gewesen sein, die den Gegenwert einer Flasche billigen Chiantis überstiegen. Ein und die selbe Kulisse muß, mit minimalen Umbauten, den Thronsaal, die kaiserlichen Bäder und den imperialen Partykeller darstellen. Einmal wurde dabei sogar vergessen, das Schwimmbecken abzudecken, das deswegen völlig deplaziert und ohne Wasser in der Mitte des Thronssals prangte. Andere Räume (viele sind das nicht) bestehen vorwiegend aus zwei Gipssäulen und einem schwarzen Vorhang im Hintergrund.
Den finalen Todesstoß erhält dieses Machwerk dadurch, daß nach Herzenslust Szenen aus alten Sandalenfilme geplündert wurden, um die lästigen Zwischenräume zwischen den Kopulationen aufzufüllen. Man kann ohne Übertreibung sagen, daß jede Szene, die auch nur einen Schimmer von Kompetenz und Budget aufweist, aus einem anderen Film kannibalisiert wurde. Und das zuweilen auf peinliche Weise: Die rebellierenden Volksmassen rennen beispielsweise auf die gut sichtbaren Füße des Kolosses von Rhodos zu. Und zu allem Überfluß wurde an anderer Stelle auch noch der römische Siegesmarsch aus "Ben Hur" zur akustischen Untermalung geklaut.
Was bleibt unterm Strich? Ein billig gebasteltes Schmuddelfilmchen, angefüllt mit dreist zusammengeklaubtem Fremdmaterial und grottendämlichen Dialogen. Selbst hartgesottene Trashfans kriegen hier das kalte Grausen und wünschen allen Verantwortlichen für diese Gesamtkatastrophe ein ähnliches Ende wie den titelgebenden Gestalten.