Review

Endlich wirds mal wieder Zeit für das gute alte alemannische Amateur-Blutgeschmoddere, diesmal zusammengestellt von Andreas Bethmann, der meiner Meinung nach mit Jochen Taubert den qualitativen Bodensatz von den üblichen Regisseuren darstellt. Aber mitunter springen dabei ja nett trashige Werke raus über die man sich herrlich amüsieren kann, sofern man vorher das Hirn ausschaltet.
Das dies beim heuteigen Werk notwendig sein wird merkt man schon während des Vorspanns, als der Erzähler etwas von unentdeckten Inseln vor der italienischen Küste faselt (klar, gibts ja massenhaft davon bei den Tifosis), sich dann quasi im selben Satz widerspricht und weitererzählt das die Insel ja eigentlich doch entdeckt sei, aber keiner drüber reden möchte. Das Drehbuch (so es denn existierte) quält dabei den Zuschauer die ersten 40 Minuten mit einer dermaßen zusammenhanglosen Konfusität, die aus einer losen Abfolge von Titten und Kunstblut besteht. Ok, notfalls kann man damit leben, aber ein Mindestmaß an Stringenz darfs dann doch sein. Irgendwie gehts dann irgendwann los, das irgendwelche Bankräuber irgendwo auf besagte Insel kommen und da gegen irgendeinen Haufen Dämonen mit gar lieblichen Wildeber Gebissen trifft, mehr Story hat der Film nicht.
Der Großteil des schätzungsweise im mittleren dreistelligen Bereichs liegende Budget ging ganz offensichtlich für Kunstblut drauf, es wird geschmoddert was der Metzgersladen um die Ecke billig abgegeben hat. Die Effekte schwanken dabei stark von so lala bis Augsburger Puppenkiste. Als die drei Gangsterfuzzis in der Bank eine Bapypuppe, die wirklich eindeutig als solche erkennbar ist, erschießen muß man sich ernsthaft fragen was die Verantwortlichen am Dreh sich in den Pausen für Zeug eingepfiffen haben. 
Bethmann-typisch gelingt es ihm wieder Freunde der weiblichen Anatomie bei der Stange zu halten (hehe). Das Casting hierbei wurde jedenfalls lt. Credits von einem gewissen Andi Latte durchgeführt, bei dem Namen ist unschwer zu erraten in welchen Etablissements diese Castings stattfanden. Mit Katja Bienert ist sogar ein halbwegs bekannter Name im Cast (die aber im Anschluß auch noch mit Jess Franco drehte, was selten ein gutes Zeichen für erfolgreiche Karriereentwicklung ist). Interessant auch das gleich drei aus der bekannten Amateurschmuddlerfraktion hier kleine Rollen spielen. Neben Bethmann himself spielen auch Andreas Schnaas und Jochen Taubert mit, sogar Timo Rose ist ebenfalls als Synchronsprecher mit dabei (Olaf Ittenbach muß an dem Tag wohl im Urlaub gewesen sein). Der Rest der Schauspieler ist nicht weiter erwähnenswert, außer das sie selbst im hinterletzten Provinztheater nach fünf Minuten von der Bühne geprügelt worden wären.
Einen besonderen Gruß möchte ich noch in Richtung der italienischen Armee senden, die für den humorigen Teil des Films sorgt, indem  sie a) mit deutschen Landesflaggen an der Schulter uniformiert sind b) mit einem zivilen Sportflugzeug zur Arbeit fliegen c) langmähnige komanndierende Offiziere haben und d) mit Piff Paff machenden Karabinern aus dem ersten Weltkrieg rumballern. Ja, mit solchen Jungs ist die Landesverteidigung bestens gesichert.
Dämonenbrut ist abschließend gesehen natürlich ein absoluter Grottenstreifen, schlecht in fast allen wesentlichen Punkten (der Sound war nicht übel). Eine klassischer Einpointer für geistig normale Menschen. Als Trashliebhaber kann man sich hier aber doch gewaltig amüsieren, zwar nicht so wie der Regisseur es sich dachte, aber ich hatte doch ein wenig Spaß und das sogar im nüchternen Zustand.
3/10

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