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Auf einer Insel vor Italien passiert es: Die Dämonen aus grauer Vorzeit sind wieder los und trachten den Menschen nach dem Leben. Diese wären in erster Linie zwei Bankräuber samt Freundin und einer Geisel, sowie noch ein paar weitere Pappnasen, die dort schiffbrüchig landen. Ehrlich gesagt fällt es etwas schwer, den Inhalt der Story weiter zu erfassen, denn viel Grundgerüst bietet "Dämonenbrut" nicht und was es gibt, wird in wilden Szenenwechseln und Effektspielereien zudem verschleiert. Offensichtlich ist das auch unwichtig, denn es geht vornehmlich darum, möglichst oft freizügig die abgehalfterten Darstellerinnen zu präsentieren und mit viel Kunstblut zu garnieren. Beides wird von Andreas Bethmann in einfachster Amateurmanier abgeliefert, wer darauf nicht klar kommt, kann sich diesen Schund sowieso sparen. Die Billigdamen vom Dienst befingern sich, wann sie nur können, zur Not wird immer wieder mit lachhaftem Tentakelsex nachgeholfen. Diese Phallus-FX sehen mal wie längliche gefüllte Weinblätter und mal wie dampfend heiße Rostbratwürste aus, was soll's wenn die Damen es selbst eingangs auf einem Militärfrachter nur nackt aushalten. Auch Katja Bienert (Mondo Kannibale 4) hat ihren Zenit für solche Eskapaden sichtlich überschritten und so verharrt das Augenmerk auf den Goreszenen. Von denen gibt es reichlich, aber auch dort bewegt sich das Amateurteam klar im Bereich: viel = viel gut, von Qualität kann man wohl kaum sprechen. Eigentlich wird nicht wirklich viel für den ambitionierten Splatterfreak geboten, wenn man mal von sinnlosen Blutspritzereien absieht, die ohnehin für jeden in der Umsetzung nachvollziehbar sind. Was übrig bleibt ist im Finale zumindest das Abhaken der Strichliste: Finger ab, Arm ab, Kopf ab, alles klar. Sich über die spärlichen Dialoge auszulassen ist ebenfalls fehl am Platze, da macht der laute Score einiges wieder wett. Genau genommen, erzeugt der oft knallige Sound ansatzweise scheinbar die Spannung, die der Film dann doch nie hält. Für Amateure ist der Streifen technisch im mittleren Niveau anzusiedeln, was Kamera, Bildqualität und Schnitt angeht, daher ist es etwas schade, dass gerade in der ersten Hälfte eine schier sinnlose Aneinanderreihung von unzusammenhängend wirkenden Sequenzen erfolgt. So ist wohl das Drehbuch (so etwas gab es doch hoffentlich ?) einfach spontan geschrieben oder in der Eckkneipe beim Sangria besprochen worden. Wer auch nur einen Funken von Logik oder Sinn braucht, sollte sich diesen albernen Mist unter dem Deckmäntelchen von Kult / Splatter dringlichst ersparen. Allein schon die unverschämt lange Laufzeit ist dermaßen einschläfernd ausgefüllt (was sollen immer wieder die stümperhaften Bohrmaschinenmorde ?), dass man "Dämonenbrut" nicht freiwillig ein zweites mal über sich ergehen lassen würde. Und wer meint, die, zweifelsohne vorhandenen, unfreiwilligen Lacher würden Späßchen in bierseliger Runde abgeben, wird nach wenigen Minuten bereits zu Schnaps oder Härterem greifen. Denkt an Eure Gesundheit und schaut lieber "Anthropophagous 2000", da gibt's auch genug Gestümper, aber unterhaltsamer.

Fazit: Konsequenterweise sollten solche Filme gleich als Pornos gedreht werden, um die Fronten zu klären. So ist dieser Dreck nur für Proleten geeignet, die sich nicht trauen, sich gleich den Hardcorekram reinzuziehen. 1/10 Punkten

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