Über Houston, Texas wütet einer der schlimmsten Tropenstürme aller Zeiten. Der Strom ist ausgefallen und die Telefonleitungen sind zusammengebrochen, die ganze Stadt ist lahm gelegt. In den überfüllten Krankenhäusern kämpfen die Rettungskräfte verzweifelt um die Sicherheit ihrer Patienten. Die nächsten 14 Stunden werden zeigen, ob das Team um Jeanette Makins und Chuck Whortle der Belastung standhalten können.
Der Titel 14 Hours ist hier ausnahmsweise mal wirklich brilliant gewählt, denn gefühlte 14 Stunden dauert diese verkappte Ärztesoap auch wirklich zum Anschauen. Ich bin jetzt wirklich kein Freund von Krankenhaus TV-Serien Marke General Hospital oder ER, aber dieser Fernsehfilm ist wirklich so etwas wie eine Doppelfolge der Halbgötter in weiß, die aufopferungsvoll bis zum eigenen Exitus sich um jedes physische und psychische Wehwehchen kümmern und mit Klischees um sich schmeißen bis das EKG explodiert.
Angeblich basieren die Ereignisse ja auf dem Hurrikan Allison, der einst Houston mal so richtig durchföhnte, aber wir hab ja zum Glück die dralle Schwester Jeanette, die auch die leisesten Anflüge von Action und Katastrophenelementen mit der Extraportion Schmalz totschwestert. Hätte sie dem Sturm den Befehl "Sitz" oder "Platz" gegeben, ich bin mir sicher er hätte das dann auch gemacht.
So darf man sich durch einen Mix aus Dramatik und Einzelschicksalen kämpfen, als im Keller das Wasser hochschießt, bei einer OP der Saft ausgeht und die Patienten allesamt evakuiert werden müssen. Da muß dann auch noch eine Vierzehnjährige getröstet werden, die zusammen mit ihrer Mutter eingeliefert wurde. All diese Dramatik und menschlichen Emotionen, dafür muß man als Zuschauer wohl einfach geboren sein, ich hingegen hätte am liebsten die ganze Mannschaft mit ihrem Stethoskop erwürgt.
Wie gesagt, Freunde von Krankenhausserien werden den Streifen wohl mögen, ist eben der übliche Weißkittel-Kitsch, man darf sich nur vom Cover nicht täuschen lassen, das eher einen Katastrophenfilm vermuten läßt. Wirkliche Bilder vom Sturm gibt es aber nur über Footage Aufnahmen. Ich hab mich jedenfalls wirklich königlich gelangweilt, aber der Film ist auch wirklich nur für ein spezielles Klientel zugeschneidert, zu dem ich leider nicht geöre.
3/10