Mit „Jason goes to Hell“ wollte der neue Rechteinhaber New Line Cinema das Konzept der „Freitag, der 13te“-Saga zum Schluss noch mal ummodeln, aber zu besonderer Qualität hat es dem Film nicht verholfen.
Dabei zeigt der Anfang, dass man immerhin das Konzept von Ironie begriffen hat. Eine Laiendarstellerin will unter die Dusche schlüpfen, da taucht dann husch Jason Vorhees (Kane Hodder) auf, um die gute Frau zu verhackstücken. Sie rennt weg – doch entpuppt sich als Agentin, die Jason in eine Falle oder besser gesagt vor die Flinten einer Spezialeinheit lockt. Die pulverisiert Jason dann auch per Dauerfeuer und der Film kann anfangen.
Weiter geht’s mit einer Obduktion, bei welcher der Leichenbeschauer dann mäßig komische Sprüche über den in Stücke geschossenen Jason reißt. Doch als der Mann dann das immer noch schlagende Herz von Jason sieht, da zwingt das Böse ihn das Teil wegzumampfen. Zeigt nicht nur einen Ekeleffekt (naja, wer’s braucht), sondern etabliert das neu eingeführte Konzept des Körpertauschens.
Denn Jason V. ist hier im wahrsten Sinne des Wortes nicht totzukriegen: Er kann in Wirtskörper schlüpfen und man kann das Böse nur austreiben, wenn er bzw. sein Wirtskörper von einem leiblichen Verwandten dahingemetzelt wird. Doch Jason kann durch genau diese Menschen auch wiedergeboren werden, weshalb sein neuster Wirtskörper Richtung Crystal Lake und Richtung Verwandtschaft watschelt…
Das neue Konzept des (scheinbar) „Final Friday“ klatscht dem Zuschauer also ein erweitertes Konzept um die Ohren, doch die Geschichte bleibt an sich so simpel wie in den meisten anderen Filmen der Reihe – Jason metzelt hier etappenweise halt nur in anderer Gestalt. Leider gehört „Jason goes to Hell“ zu den besonders spannungsarmen Filmen der Reihe, denn nahezu jede Wendung ahnt man schon kilometerweit voraus (z.B. in wessen Körper Jason gerade steckt, wenn die Heldin es nicht weiß). So dient die Handlung dann als eher dürftige Folie für Gemetzel Galore.
Doch das hat es dann in sich, denn trotz des für New Line Verhältnisse schmalen Budgets geht hier effektmäßig die Post ab. Nur wenige Tricks sind durchschaubar, die meisten Metzeleien sind (vor allem in der Unrated) hingegen wirklich gut gemacht (z.B. die berühmt-berüchtigte Szene mit der Zeltstange oder der megaderbe Armbruch). Doch leider wird in den Mordszenen kaum Spannung erzeugt, stattdessen watschelt Massenvernichter Jason im Stile des Splatterfilms ganz ohne los und killt was nicht bei drei auf den Bäumen ist.
Als Funsplatter würde sich „Jason goes to Hell“ auch eignen, wenn er so humorvoll wie „Braindead“ und Co. wäre. Doch Ironie gibt es hier nur in Ansätzen, viele andere Gags (z.B. der Tausch Informationen gegen Fingerbrechen oder die Nachrichtensendung) zünden nicht und sorgen noch nicht mal für ein müdes Achselzucken. Ironie gibt es immerhin bei der Zitierfreudigkeit des Films: In Keller der Vorhees-Butze liegt das Necronomicon aus „Tanz der Teufel“ rum, die Bullen gehören zum Cunningham County (nach Sean S. Cunnigham, dem Regisseur des ersten „Freitag, der 13te) usw. Legendär natürlich die Endszene, die bereits „Freddy vs. Jason“ andeutete.
Darstellerisch liegt „Jason goes to Hell“ immerhin etwas über dem Niveau der restlichen Filme der Serie, auch wenn man natürlich keine Meisterleistungen erwarten darf. Doch das Ganze ist immerhin halbwegs solide gespielt und mit Steven Williams guckt wenigstens ein halbwegs bekanntes Gesicht in die Kamera.
Die Effekte gehen derbe ab, doch die Story ist öde und die Ironie leider nur in Ansätzen vorhanden – daher ist „Jason goes to Hell“ nur Mittelmaß. Wie das Ganze mit dem richtigen Witz hätte aussehen können, das beweist der deutlich bessere „Freddy vs. Jason“.