Der junge Charlie gewinnt bei einer Aktion des exzentrischen Schokoladenfabrikanten Willy Wonka und bekommt zusammen mit 5 weiteren Kindern eine Führung durch dessen Fabrik. Was er nicht ahnt ist, dass Wonka Tests vorbereitet hat, um einen Erben zu finden.
Die Story ist schlicht und sowohl aus dem Buch, als auch aus dem Orginal (1970) bereits bekannt. Wendungen gibt es kaum und der Film bewegt sich wie ein roter Faden auf das Finale zu.
Die Umsetzung ist sehr bunt und schrill geworden. Die Fabrik ist sehr liebevoll gestaltet und hat durchaus einen optischen Reiz, ist aber ein wenig zu bunt und zu anstrengend geworden. Im Film wird viel gesungen, was aber ebenfalls sehr anstrengend ist und früh zu nerven beginnt.
(Im folgenden Absatz sind Spoiler enthalten)
Der Anfang des Films ist gut gelungen, er ist zwar ein wenig übertrieben melancholisch und nostalgisch, macht aber durchaus Vorfreude auf das, was noch kommt. Den Mittelteil, also die Führung durch die Fabrik, hätte man sich komplett schenken können. In einer vollen Stunde passiert fast nichts. 4 der 5 Kinder scheiden aus, da sie aus Habgier oder aus anderen niederen Beweggründen in eine Falle tappen und Charlie bleibt als einziger übrig. Am Ende will Wonka dann Charlie seine Schokoladenfabrik vermachen, außerdem bringt Charlie Wonka wieder mit dessen Vater zusammen, mit dem er sich vor Jahren verkracht hat. Das Ende ist ordentlich gelungen, auch wenn es übertrieben kitschig und sentimental ist, kann den Zuschauer aber durchaus in Euphorie versetzen und ist damit ein gelungenes happy-end.
Charlie ist viel zu eindimensional konstruiert worden. Er ist ein netter Junge, dem mehr an seiner Familie als an der Fabrik liegt und natürlich nicht ein einziges Laster hat. Natürlich hat diese Konstruktion eine durchaus rührende und herzzerreißende Wirkung. Wonka ist sehr exzentrisch und lebt voll und ganz für sein Geschäft und will, dass es auch nach seinem Ableben weiter geführt wird. Die übrigen Charaktere sind klischeehaft und komplett überzogen. Die anderen 4 Kinder in der Fabrik sind herzlose "Bälger", die Charlie in einem noch besseren Licht stehen lassen.
Ein weiteres Problem ist der eigenwillige Humor. Für die Kinder ist er zu schwarz und zu heftig, für Erwachsene ist der ganze Film einfach zu naiv. Man hätte hier einen besseren Mittelweg finden müssen.
Johnny Depp spielt seine Rolle sehr gut, er hatte ja schon immer ein Favel für exzentrische Rollen und hat unter Regisseur Tim Burton schon öfter gute Arbeit geleistet. Burton ist ja für schrille und außergewöhnliche Filme (Big fish, Edward mit den Scherenhänden; Mars attacks!; Sleepy Hollow) bekannt, hat sich hier jedoch übernommen und ein zu schrilles Werk abgeliefert. Christopher Lee ist in einer Nebenrolle als Wonkas Vater zu sehen; die anderen Nebendarsteller sind solide.
Zusammenfassend ist "Charlie und die Schokoladenfabrik" ein mittelmäßiger Familienfilm, der sehr sentimental ist, zu schrill inszeniert wurde und einen langweiligen Mittelteil hat.