Review

Glatt, nett, schick, Depp 

Die momentan in Brühl haltende Ausstellung über Tim Burton, hat mich inspiriert nochmal ein paar der Filme des Meisters des Skurillen unter die Lupe zu nehmen. "Charlie & die Schokoladenfabrik" ist zwar keiner seiner besten Filme, aber er beinhaltet eine Menge seiner typischen Merkmale & macht mir immer wieder Spaß, vor allem zur Weihnachtszeit!

Die Geschichte um die goldene Eintrittskarte für die berühmteste & sagenumwobenste Schokofabrik der Welt ist altbekannt, fast schon Volksgut. Allerdings interpretiert Burton die lehrreiche Geschichte natürlich auf seine ganz eigene Weise, bei der mittlerweile gar keiner mehr auch nur versucht diese zu kopieren. Ein vollgekleisterter Depp, handgemachte, bunte Sets, der morbide Stil, verborgener Grusel hinter kindlichen Masken - niemand ist wie Burton! Die Geschichte & die Arten, wie die verzogenen Kinder in der Fabrik ihre Lehren beigebracht bekommen, war zwar schon immer harter Tobak versteckt unter einer bunten Zuckerschicht, aber Burton ist hier spürbar in seinem Element. 

Das gilt auch für Johnny Depp, dem ich in solchen Rollen wie die des Willy Wonkas oder dem Uhrmacher zwar nicht mehr sehen kann, aber er ist einfach eine Legende, die nichts mehr beweisen muss. Die Kombi aus tollen CGI-Effekten & aufwändigen Handmade-Sets passt, der Film bietet auch trotz stolzer Laufzeit kaum Längen. Teilweise vermisse ich etwas Herz & der Film wirkt trotz Liebe zum Detail oft etwas kalt & emotionslos. Magie ist da, Emotionen fehlen mir aber. Und die Optik dominiert hier etwas zu sehr, wodurch ich die vielen Kritiker verstehen kann. Ich finde insgesamt passen Burton & die Schokofabrik aber zusammen!

Fazit: auch wenn ich das Original etwas höher einschätze, schafft das Duo Burton/Depp auch beim Remake eine süß-kreative Achterbahnfahrt.

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