Rachel McAdams spielt eine Mitarbeiterin eines Hotels, die sich auf dem Nachtflug nach Miami befindet. Ihr Sitznachbar, gespielt von Cillian Murphy, der anfangs einen sympathischen Eindruck gemacht hatte, offenbart sich als Killer, der ihren Vater, gespielt von Brian Cox, töten lassen will, wenn sie die Buchung eines einflussreichen Geschäftsmannes in ihrem Hotel nicht so ändert, dass er von einer Truppe Auftragskiller getötet werden kann.
Gerade im Horror-Genre, das über die Jahrzehnte hinweg sehr viele Kultfilme hervorbrachte, da es in vielen Fankreisen oft und gern gesehen wird, erreichen auch entsprechend viele Regisseure den Kultstatus. So reichten Wes Craven mit "Scream" und "Nightmares" zwei Filme, um eben diesen Status zu erreichen, obwohl er mit "Vampire in Brooklyn" oder "Das Haus der Vergessenen" und einigen anderen belanglosen B-Filmen über die Jahre hinweg viel Müll produziert hatte. So ist es auch zu erklären, dass "Red Eye" durchaus auf ein respektables Einspielergebnis kam und sich hoher Bekanntheit erfreut, obwohl Craven hier nicht mehr als einen stereotypen und belanglosen Thriller abliefert, der schnell gesehen und schnell vergessen ist.
Die Charakterkonstruktion ist mittelmäßig, die Hauptfigur ist sympathisch genug gestrickt, um das Interesse des Zuschauers angesichts ihrer ausweglosen Situation aufrecht zu erhalten zu können, der Killer ist nicht tiefer konstruiert und wird als stereotypes Feindbild dargestellt. Die Hintergründe des Anschlags werden, wie alle weitergehenden Fragen, überhaupt nicht beantwortet, der Film konzentriert sich also ausschließlich auf das Psychoduell McAdams/Murphy.
Und dieses Psychoduell fesselt temporär durchaus, vor allem wegen der beiden guten Hauptdarsteller. Rachel McAdams, bezaubernd und liebenswert wie eh und je, spielt ihre Rolle rundum überzeugend und lässt sich dabei nicht zur klischeehaften Darstellung einer hysterischen Scream-Queen verleiten und gibt sich Mühe ihrem Gegner auch darstellerisch Paroli zu bieten. Cillian Murphy spielt den Killer suspekt und furchteinflössend, wobei er vor allem durch sein eisiges Charisma beeindruckt. Direkt anschließend brillierte er in "Batman Begins" in einer ähnlichen Rolle, wobei er in "Red Eye" in keine übertriebene Hysterie verfällt. Der übrige Cast ist aber ebenfalls nicht schlecht, auch wenn es keine größeren Nebenrollen gibt.
Dennoch verschwindet "Red Eye" im Mittelmaß, was im Wesentlichen auf den stereotypen, einfallslosen Verlauf des Kammerspiels zurückzuführen ist. Die Ausgangssituation ist noch ganz gut angelegt, das Flugzeug als Ort ist geschickt gewählt, da keiner der beiden von dort aus aktiv in das Geschehen eingreifen kann und es für das Opfer keinen Ausweg gibt. Im Mittelteil fällt Craven dann jedoch nicht mehr sonderlich viel ein. In die Tiefe geht der Zweikampf zu keinem Zeitpunkt und schon früh ist klar, worauf es wohl hinauslaufen wird. Craven, der weder auf einen sonderlich spannenden Score, noch auf inszenatorische oder narrative Innovationen zurückgreift hält das Erzähltempo jedoch hoch genug, um durchgehend unterhalten zu können, auch wenn der Film so an seiner Kurzweiligkeit krankt.
Das Finale entspricht dann endgültig voll und ganz dem Klischee und auch der Versuch mit einem bisschen Action mehr Spannung ins Geschehen zu bringen, scheitert, zumal sich die letzten Minuten eindeutig sehr zäh in die Länge ziehen. Unterhaltsam ist der Film damit alles in allem, verschwindet aber im Mittelmaß und, dass er es besser kann, hat Craven, wenn auch relativ selten, bereits gezeigt.
Fazit:
Wes Craven liefert mit "Red Eye" nicht mehr als einen stereotypen und konventionellen Psycho-Thriller ab, der mit seinen beiden überzeugenden Hauptdarstellern und dem schnellen Erzähltempo solide unterhält, unterm Strich jedoch mit seiner einfallslosen Handlung, einer nicht allzu dichten Atmosphäre, seiner Kurzweiligkeit und dem zähen Finale im Mittelmaß versinkt.
52%