Review

Serielle Kopftraumata


„Red Eye“ ist einer der späteren Titel aus Wes Cravens Filmographie und erzählt von einer toughen, dauerfreundlichen und scheinbar absolut stressresistenten Businessfrau, die den letzten Nachtflieger bekommt und dort einen zunächst ebenfalls sehr angenehmen Mann kennenlernt. Doch dieser hat düstere Pläne und Hintergründe... Sogenannte „Red Eye“-Flieger haben diesen Spitznamen, weil sie derart spät und nächtlich losfliegen, dass die viele Fluggäste die Maschine durch Schlafmangel mit roten Augen verlassen...

Flüge können ein Alptraum sein. Sei es durch laute, unangenehme Sitznachbarn oder die allgemeine Angst, die Sache und Sicherheit nicht mehr selbst in der Hand zu haben. Doch für unsere Hauptfigur Lisa steigert sich dieser Kontrollverlust natürlich nochmal in ganz andere Höhen, da sie sich im Visier eines ausgefuchsten Killers bzw. Planes befindet, der sehr gut reingeht für jeden Thriller-Gerne-Gucker. Die Laufzeit ist knackiger als Jane Fonda Anfang der 80er, Rachel McAdams weckt Begeisterung, Sympathie und Beschützerinstinkt zugleich, Cilian Murphy kann beängstigend genauso wie charismatisch. In bester Tradition solcher Nahezu-One-Setting-Thriller wie „Phone Booth“ oder „Buried“ spielt Craven meisterlich mit Ahnungen, Erfahrungen, Andeutungen, Wendungen und der allgemeinen Spannung. Das ist unverkrampft, das ist spielerisch, das ist leicht verdaulich. Das ist sicher eher eine Fingerübung, bei der man nicht allzu sehr auf logische Details achten sollte, die dennoch pure Kurzweile bereithält. 

Fazit: Smart- und Landebahn - Wes Cravens kleiner Flugzeugthriller zeigt den Altmeister vielleicht nicht in Hochform, dafür aber leichtfüßig und verspielt und frech wie lange nicht mehr. Zwei exzellente Hauptdarsteller und „Tanzpartner“ in diesem psychologischen Duell/Duett erledigen den Rest. Fingerfertiges Filmfastfood. 

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