Stephen Kings Romane waren schon immer eine Goldgrube für die Filmwelt und genau wie schon "Tommyknockers, Es" oder "The Stand" davor, wurde auch Kings "Langoliers" direkt für das Fernsehen produziert. Doch hier schienen die Mittel extrem begrenzt, was besonders die grottigen CGI-Effekte aufzeigen. Immerhin ist mit Tom Holland (Fright Night, Chucky - Die Mörderpuppe) ein Routinier an Bord, welcher direkt danach "Thinner - Der Fluch" realisierte, ebenfalls auf einer King Story basierend. Jedoch ist weniger manchmal mehr, so war Holland hier um eine sehr authentische Wiedergabe von Kings Geschichte bemüht, die sich nun über drei Stunden zieht wie Kaugummi.
Zehn Menschen erwachen an Bord eines Passagierflugzeuges, die restlichen Passagiere und Besatzungsmitglieder sind spurlos verschwunden. Sie versuchen es auf jeder Funkfrequenz, doch niemand meldet sich. Captain Brian Engle (David Morse) befand sich gerade auf einem Freiflug nach Boston, nun landet er die Maschine auf dem Bangor Airport, doch auch dieser ist völlig menschenleer. Science-Fiction Autor Bob Jenkins (Dean Stockwell) ist sich sicher, dass die Maschine durch einen Riss in der Zeit nun in der Vergangenheit gelandet ist. Doch neben einem angsteinflößenden Geräusch welches stetig näher kommt, sorgt auch der Geschäftsmann Craig Toomey (Bronson Pinchot) für reichlich Wirbel. Die blinde Dinah Bellman (Kate Maberly) warnt jedenfalls vor einer Katastrophe und tatsächlich tauchen am Horizont bald gefräßige Wesen auf. Es gibt nur die Chance das Flugzeug startklar zu machen und durch den Riss wieder in die normale Zeit zu gelangen.
Stephen Kings "Langoliers" ist bei uns zusammen mit "Das Geheime Fenster" in einem Buch erschienen und wurde ein Bestseller. Die Verfilmung ist davon meilenwert entfernt, besonders weil das Ganze bei jeder Gelegenheit in Geschwätzigkeit ausartet. Zumindest die Chance für die zehn Figuren, sich dem Zuschauer ausführlich zu präsentieren. Besonders geht man dabei auf Captain Engle, den psychisch labilen Toomey, die blinde Dinah, die Lehrerin Laurel (Patricia Wittig) und den Regierungsbeamten Nick Hopewell (Mark Lindsay Chapman) ein. Die andere Hälfte der Figuren steht ein wenig abseits, aber es fällt in keinster Weise schwer hier mitzufiebern. Trotzdem hätte man das Ganze locker um eine Stunde kürzen können, denn manch eine überlange Diskussion treibt den Zuschauer fast in den Wahnsinn. Besonders das letzte Drittel hat extrem viel davon zu bieten. Was "Langoliers" letztendlich rettet ist die brauchbare Story und einige spannende Momente. Die Sache mit dem Zeitriss klingt zwar ein bisschen wirr und wir bekommen auch nicht erklärt, warum schlafende Personen nicht verschwinden. Aber hier werden Zeitreisen mal völlig anders charakterisiert. Hier ist es nicht möglich die Vergangenheit zu ändern, auch weil es Wächter, die sogenannten "Langoliers" gibt.
Der Flughafen strahlt hier so eine gespenstische Leere aus, dann diese seltsamen Fressgeräusche im Hintergrund. Holland gelingt es hier ohne Probleme eine bedrohliche Atmosphäre aufzubauen, die durch den ausflippenden Toomey noch verstärkt wird. Auch die Angst vor etwas Unbekanntem bringt Holland sehr intensiv zur Geltung und die Gruppe verhält sich sehr menschlich. Nur Dinahs besondere Gabe wirkt zu fantastisch, mit der sie Toomey später manipuliert und so allen das Leben rettet. Die "Langoliers" tauchen erst extrem spät auf und sind nur geschätzte fünf Minuten im Bild. Leider sind die Flugmonster, bestehend aus einem riesigen Maul und rotierenden Zähnen sehr lausig animiert, genauso wie die Aussenaufnahmen des Flugzeugs in der Luft. Dies schmälert das eigentlich furchteinflößende Aussehen doch beträchtlich, in dieser Schlüsselsequenz hätte man sich mehr Mühe geben müssen. So ist eigentlich nur die mittlere Stunde richtig gelungen und dies besonders wegen Toomey Ausraster, der nun selbst vor Mord nicht zurückschreckt. Verlassen kann man sich auch auf die Darsteller, besonders Bronson Pinchot (Mut zur Wahrheit, Der Club der Teufelinnen) sticht hier positiv heraus. David Morse, Dean Stockwell, Patricia Wettig und Co ringen sich eine solide Leistung ab. Stephen King und Tom Holland genehmigen sich jeweils einen Kurzauftritt.
Extrem geschwätzige und somit überlange TV-Produktion mit ein paar bekannten Gesichtern. Der Unterhaltungswert ist dank einiger spannender Sequenzen und der interessanten Story recht hoch angesiedelt, Abzug gibt es für die miesen Animationen, die weit unter dem Niveau von Mitte der 90er Jahre stehen. Insgesamt rechte zahme Gruselunterhaltung, leider nur Durchschnitt.