Der B-Film kommt immer wieder mit neuen Mutationen. Im Mittelpunkt steht diesmal ein Vieh, das vorwiegend aus Skorpion, teilweise aus Kakerlake, ferner aus Titan und Mensch besteht.
Wenn man nicht mit allzu großen Erwartungen an den Streifen herangeht und nebenher seine Zeit mit Haare flechten (sofern man genügend hat) verbringt, ist er sogar schon fast passabel.
Da meine Bruce-Willis-Frisur eine solche Nebentätigkeit nicht zulässt, habe ich mir die knapp 95 Minuten Tierhorror mal ganz konzentriert angetan, - dann ist er schon wieder nicht so passabel.
Zunächst haben wir drei Handlungsschauplätze: Einen geheimen US-Konvoi, der von Russen überfallen wird, in der falschen Annahme eines Uran-Transports.
Dann Major Reynolds (Jeff Fahey), der mit seiner Elite-Einheit soeben die Simulation einer Geiselbefreiung durchgeht und ferner die Forscherin Dr. Preston, die mit gentechnisch manipulierten Insekten herumdoktert und von einem aufgeregtem Typen zum Militärgeneral begleitet werden soll.
Das lässt sich leicht zusammenbasteln: Die dummen Russen haben Skorpius Gigantus freigelassen, das Militär bekommt Wind davon und ruft die eben genannte Elitetruppe und damit etwas Hintergrundinformation geliefert wird, eilt Frau Doktor herbei.
Insgesamt handelt es sich um drei Mutationen, aber Frau Doktor besteht darauf, dass mindestens eins davon lebendig gefangen wird, weil Forschung teuer ist, das Pentagon eh dahinter steht und persönlicher Ehrgeiz auch eine Rolle spielt.
Major Reynolds hat zwar permanent Angst um seine Leute, gehorcht aber der dauerhaft zickigen Forscherin.
Nach rund 15 Minuten ist erstmals ein Riesenskorpion im Einsatz und schnappt sich das erste Opfer.
Das Vieh ist etwa vier Meter lang, sieht furchtbar metallisch aus und gibt brodelnde Monsterverdauung von sich.
Die Animation ist zwar nicht ganz übel und auch die Bewegungen wirken recht flüssig, aber das Design ist erschreckend schlicht und löst beim Betrachter weder Panik noch sonstige Zustände wie unfreiwilliges Schmunzeln aus und die subjektive Sicht des Riesenskorpions, mit schwammigen Blau-Grün-Farbfilter, wirkt zwischendurch eher störend.
Im Verlauf schnappt es sich ein paar Opfer, sorgt dabei für Armabreißen, Kopfentnahme und Durchteilung einer Person, aber immer nur kurz angedeutet, also nichts mit ausladenden Gewaltszenen.
Der Rest ist schlicht unergiebig: Soldaten pirschen sich(hauptsächlich in kalten, leerstehenden Fabrikkulissen) heran und sichern mit schussbereiter Waffe die Gebiete (obwohl kein Vieh in Sichtweite ist).
Eher peinlich wird es, als vier(!) Soldaten der Nato zur Unterstützung herbeieilen.
Und noch peinlicher, wenn ein Machotyp der Eliteeinheit ein Natopüppchen provoziert, so dass es zum Duell im Armdrücken kommt.
Klar, irgendwo da draußen sind drei, vier Riesenviecher und die Soldaten nutzen Zeit für persönliche Differenzen.
Bemüht wirkt auch der Versuch, Sozialkritik unterzubringen. Ein Soldat kritisiert den Eingriff in die Natur und von wegen Gleichgewicht und gerechtes Schicksal des Menschen. Und auf der anderen Seite bringt uns die Forscherin den Fortschritt ihrer Untersuchungen näher, quasselt völlig zusammenhangloses Zeug von Immunität gegen alle Krankheiten, Zellenregenerierung und hochintelligenter Anpassungsfähigkeit.
Während die einen Zuschauer glücklich ihren ersten Zopf geflochten haben, kratze ich mich gelangweilt an der Glatze.
Im Endeffekt ist der Film so billig, dass sogar ein Schiff per CGI aufs Wasser getrickst werden musste, was wie ein Bildschirmschoner in schlechter Auflösung aussieht.
Aber da das Finale auf einem solchen stattfindet, war die Einblendung wohl notwendig.
Hier kommt immerhin noch etwas Tempo ins Spiel, die Opferzahl schnellt noch einmal in die Höhe und eine schlecht animierte Explosion darf man auch noch erleben.
Aber fesselnd ist das zu keiner Zeit, denn dafür sind einem die mittelmäßig agierenden Darsteller zu gleichgültig und die Riesenviecher strahlen keine greifbare Bedrohung aus.
So bietet „Scorpius Gigantus“ für Tierhorrorfreunde nicht den notwendigen Unterhaltungswert und für Trashfreunde ist die Sache zu ernst gehalten.
Dafür habe ich jetzt vom vielen Schubbeln am Kopf eine rote Birne und andere Zöpfe, die sie nicht brauchen…
3 von 10 Punkten