Für den Zeitraum noch eher ungewöhnliche Wong Jing - Klamotte, die nach einem Dutzend rein feuchtfröhlicher und großteils unbeschwerter Arbeiten hier bisweilen die düsteren Töne, so manche kleinere Aktionsszenen und theoretisch und teils auch praktisch die Möglichkeit zur Ernsthaftigkeit angelegt. Sicherlich wird aus der Geschichte um die Suche und Jagd nach einer Schatzbeute und das Hineinziehen mehrerer Unbeteiligter in diese Affäre kein Thriller daraus, werden aber einige Gefangene gemacht und auch "gefoltert" und stellt sich eine gewisse Form der Bedrohung schon durchaus ein, um im Moment davor und danach und dazwischen natürlich wieder ad absurdum und auf den Weg der klamaukigen Unterhaltung geführt zu werden. Eine Shaw Brothers (Hong Kong) Ltd. Produktion:
Als die beiden miteinander verhassten Cousinen Liang Shan-bo [ Carol Cheng ] und Zhu Ying-tai [ Maggie Cheung ] jeweils Besuch vom Anwalt Liu Zhi-pang [ Dennis Chan ] bekommen, ist die Freude erst einmal groß, die prompte Ernüchterung aber auch. Beiden steht nach einer Erbschaft ein 700qm Apartment in einem Hochhausblock zu, aber nur unter der Bedingung, dass sie es ein ganzes Jahr dort miteinander aushalten. ZU ihrer Überraschung ist auch ein Untermieter noch inbegriffen, gefällt ihnen der schmucke Ben Liang [ Poon Jan-wai ] allerdings ausnehmend gut; solange zumindest, bis er tödlich von den Kugeln des Mainland gangsters Viper [ Hon Yee-sang ] getroffen in ihre Arme wankt. Ben hat zusammen mit Viper und dessen Kompagnons Liang [ Sherman Wong ] und 'Shantung Woman' [ Liu Fan ] auf Hoher See einen taiwanesischen Nationalschatz geraubt und vor den anderen versteckt. Während alsbald dessen ebenso gut aussehender Bruder Sam [ Wilson Lam ] auftaucht, und die beiden Cousinen verrückt macht, werden sie auch von Insp. Xu Shu Zhen [ Gwaan Ming-yuk ] vor dem blinden Vertrauen an den Schönling gewarnt, und bekommen die sich langsam zusammen raufenden Mädels auch noch vermehrt Besuch von den anhängigen Verehrern 'Handsome' [ Nat Chan ] und Canying [ Charlie Cho ].
Das ehrenwerte Logo der Shaw Brothers voran und dann im fliegenden Start in die Handlung springend, wird auch hier wie eigentlich in allen Filmen des gleich in mehrerlei Positionen agierenden Wong die Vielfältigkeit und Fülle der Erzählung in schnellen Schritten installiert. Die Prämisse der Teilung der Wohnung zu vermögenden Zwecken und die ebensolche Gemeinschaft auf Jahr und Zeit aus der Not heraus steht nach wenigen Minuten, das erste Problem daran ebenso und das zweite gleich darauf. Der Umgang mit den wahrhaftigen Kriminellen vor der Tür und den möglichen und eventuellen im geschlossenen Raum treibt die eigentlich widerspenstigen Verwandten, die sich seit Anbeginn der Kindheit nicht leiden konnten und immer noch nur miteinander streiten auf den gemeinsamen Weg. Auf dieser Spur des Flüchten vor den Verbrechern und notgedrungen bald auch des Kampfes gegen sie folgen zwei Männer, die nur dem Namen und des Geschlechtes nach welche, aber vom Charakter und der Erscheinung her alles Andere als die Herren der Schöpfung, sondern ziemliche Nichtsnutze mit mehr Schaden als Nutzen sind.
Wo zuvor in den Arbeiten von Wong eher genau diese Sorte Mensch im Mittelpunkt des Geschehens stand, also eine Riege von Typen beobachtet wurde, wie sie den Frauen und verführerischen Objekten in ihrem Leben am Umflirten und Anbaggern sind, wird hierbei diese Konstruktion auf den Part der Mitakteure und besseren Nebenstreiter reduziert und die Mädels selber in das Zentrum einer Krimiplotte auch mit Verletzten und Toten gerückt. Das How to Pick Girls Up! (1988) und The Romancing Star (1987) - Verhalten ist dabei durch die Auftritte der doch eher lauten Nat Chan und Charlie Cho und ihren chargierenden Aktionen auch um den billigsten Gag wenn auch noch auffallend genug, wird hier aber durch das ebenso deutliche Grimassieren und Fluchen der beiden weiblichen Komödianten noch gesteigert und sicherlich nicht unterlaufen oder konterkariert.
Wenn auch Feingefühl und Sinn für leisere Töne und Gespür noch nie die Stärke von Autor und Regisseur Wong war, so hat er es in jungen Jahren des Anfangs der Karriere doch ab und zu auf treffliche und überraschend unschuldige Weise doch gerade in den Romantischen Komödien gezeigt; nun herrscht der eher raue Ton, das Geschehen zu vermehrt nächtlicher Stunde und in konspirativen Ecken, etwas Geheimnistuerei, einige schmerzhafte Stunts, und auch manch derber Gag weitgehend vor. Das soll zum Schaden von Schnelligkeit und Abwechslungsreichtum und einer etwas anderen Form der diesmal nicht ganz so unbeschwerten Unterhaltung(mitsamt zwei Kopf- und andere Einschüssen in den Leib, durchtrennter Halsschlagader und dem Zerquetschen eines Polizisten per Auto am Baum) sicherlich nicht sein, wird auch hier das A und O des Kommerzes und die Karte des Wissens um die Bedürfnisse des zahlenden Publikums im stechenden Triumph gezückt.
Ein Hin und Her erst im anonymen Wohnblock und dem gar nicht so anheimelnd, sondern eher kühl und leer und auch ein wenig hässlich eingerichteten Apartmentgrau, in dessen Folge der Gang hinaus in die Einöde eines Parkhauses und dann Vorortschuppens zum Treff mit den Gangstern gegangen wird. Dazu immer wieder Aufklärungen der Polizistin, die im Grunde offene Warnungen vor einem potentiellen Feind in den eigenen Reihen und so sicherlich nicht gerade beruhigend und die liebeskranken, aber schmierigen Trottel als einzig aktivierbare Kräfte nicht gerade vertrauensvoll für die eigene Sicherheit sind.