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Nach dem Motto ’Allzeit bereit’ prügelt Jean-Claude Van Damme sich mit Verschwörern in Vergangenheit und Gegenwart.
1994 gelingt einem Wissenschaftler der Durchbruch: Er kann Zeitreisen ermöglichen, wenn auch nur in die Vergangenheit, da die Zukunft nicht feststeht. Da man bereits erste Missbräuche aufzeigen kann (ein Zeitreisender überfällt einen Goldtransport im Unabhängigkeitskrieg), wird direkt eine Behörde in den USA gegründet, die den Missbrauch von Zeitreisen verhindern soll. Szenario etabliert und keine Zeit dabei verschwendet, jetzt braucht man einen Helden.
Dieser findet sich in Max Walker (Jean-Claude Van Damme), im Jahre 2004 der beste Timecop. Max geht voll in seiner Arbeit auf, seitdem seine Frau Melissa (Mia Sara) vor 10 Jahren bei einem Überfall getötet wurde. Sicher haben wir da wieder da den üblichen Helden aus dem Baukasten für Actionfilme, aber Van Damme kann seine Rolle hier auch schauspielerisch überraschend gut rüberbringen und großartige Innovationen erwartet man im Actiongenre eh selten.

Als Max einen widerrechtlich Zeitreisenden, der zudem früher sein Partner war, zurückbringt, erklärt ihm dieser, er sei von dem Präsidentschaftskandidaten Senator McComb (Ron Silver) dazu gezwungen worden die Vergangenheit so zu verändern, dass er seinen Wahlkampf finanzieren kann. Max will an dem brisanten Fall dranbleiben, doch bald hat er einige Killer am Hals…
„Timecop“ erreicht leider nicht die Güteklasse von „Sudden Death“, der zweiten Zusammenarbeit Regisseur Peter Hyams und Jean-Claude Van Damme, aber ein ganz unterhaltsames Actionvehikel ist den beiden trotzdem gelungen. Schnell fällt die Atmosphäre auf, die jeder Fan von 90er Jahre Actionfilmen direkt anheimelnd finden wird: Stimmige Sets, die richtige Optik und den leicht futuristische Touch für den Sci-Fi-Einschlag in den Story. So wirkt die Zukunftsvision nie zu abgehoben, sondern im Bereich des Möglichen, auch wenn die Wirklichkeit den Film inzwischen eingeholt hat.
Zudem serviert „Timecop“ eine ordentliche Story, die solide Spannung aufbaut. Zwar überraschen nur wenige Wendungen, aber Hyams zieht den Plot ohne Längen durch und lässt keine Langeweile aufkommen. Zudem präsentiert sich „Timecop“ als einer der logischsten und nachvollziehbarsten Zeitreisefilme; nur an der Stelle mit dem Überfall auf Max und seine Frau kann man bei genauerem Nachdenken kleinere Ungereimtheiten finden.

Allerdings setzt „Timecop“ seine Action etwas sparsam ein und verlässt sich etwas zu sehr auf die solide Story, die aber den Film nicht alleine tragen kann. Geht es dann aber rund, dann zieht Hyams die Register seines Könnens und inszeniert flotte Kämpfe mit Handfeuerwaffen oder Martial Arts. Van Damme darf einige spektakuläre Moves zeigen (u.a. seinen berühmten Spagat), Gegenstände effektiv zweckentfremden (sehr cool: die übergroße Schraubzange) und bei dem exzellenten Wohnungsfight gegen B-Actiondarsteller James Lew kämpfen.
Jean-Claude Vam Damme präsentiert sich schauspielerisch hier von seiner besseren Seite und zeigt, dass einige Jahre Berufserfahrung durchaus dazu beitragen können, das mimische Talent learning by doing zu verbessern. Ron Silver gibt einen exzellenten, sehr charismatischen Fiesling mit trockenem Humor ab, Bruce McGill überzeugt als Vorgesetzter der Zeitreisebehörde und Mia Sara markiert recht gut die liebende Ehefrau. Auch die Nebendarsteller sind für einen Actionfilm überzeugend.

Sicher könnte es mehr Action und Spannung sein, aber dank der atmosphärischen Inszenierung (Hach, was waren das damals noch für Actionfilme) und der recht guten Story weiß „Timecop“ zu gefallen. Ich schwanke zwischen guten 6 und schwachen 7 Punkten auf der Skala.

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