Im Jahr 2004 sind dank einer neuen Technologie Zeitreisen möglich. Das bringt neben Wissenschaftlern und Touristen auch Kriminelle auf den Plan, die durch Manipulation der Vergangenheit die Gegenwart zu ihrem Vorteil gestalten wollen. Auch der machtsüchtige Senator Aaron McComb möchte sich die Zeitreise-Technik zunutze machen, um sich ins Weiße Haus zu bugsieren. Für derartige Fälle hat die US-Regierung vorgesorgt und die so genannte Time Enforcement Commission gegründet. Deren Agenten spüren die Delinquenten auf und machen ihre Handlungen rückgängig. So heftet sich TEC-Agent Max Walker an die Fersen des Senators. Dabei gerät der frühere Polizist allerdings selbst in Versuchung, die Vergangenheit zu verändern, um den lange zurückliegenden Mord an seiner Frau Melissa ungeschehen zu machen.
In der noch relativ frühen Phase seiner Karriere versucht sich the Muscles from Bruxelles unter der Regie von Peter Hyams als Science Fiction Zeit-Politesse. Bei Zeitreisefilmen besteht allerdings ja immer die Gefahr, das sich das Drehbuch gerne mal in logischen und physikalischen Fehlern verheddert, was in gewissem Masse auch auf Timecop zutrifft, allerdings gab man sich hier doch ziemlich Mühe das ganze Geschehen zumindest auf einem oberflächlich logischem Level zu halten. Wie gesagt das gelingt nicht immer und wer mal einige Minuten nachdenkt wird auch hier temporale Unmöglichkeiten en masse rauserkennen.
Das Prinzip von Zeitreisen und daraus entstehenden Problemen war 1994 immerhin noch nicht so ganz abgenudelt und die Story von einer Zeitpolizei ist eigentlich sehr reizvoll. Gerade in der Anfangsszene werden kriminelle Möglichkeiten offengelegt. Wirklich jeder könnte mit modernen Waffen in den amerikanischen Bürgerkrieg sich zurücktimen lassen, mal eben einen Goldtransport niedermetzelt und schwupp mit dem ganzen Schatz in die aktuelle Zeit zurückkehren und sich ein schönes Leben machen.
So macht es unter den Vorraussetzungen natürlich Sinn, für solche Verbrechen eine Zeitpolizei einzurichten, die sich um den Ordnungsgemäßen Zeitablauf kümmert, das da niemand in der Historie rumpfuschen kann (wie auch immer die Überwachung technisch funktionieren soll). Van Damme ist natürlich der Top Cop dieser Behörde, der allerdings beinahe am meisten in der Zeitlinie rumdoktort und durch sein Eingreifen in der Vergangenheit am Ende die Zukunft entscheidend verändert, naja Happy End muß ja schließlich sein.
Leider werden die guten Chancen die das Script bietet nicht wirklich genutzt. Der einzige wirklich Ausflug in die Vergangenheit ist eben der Raubüberfall anno 18hundertungrad, der Rest der Handlund spielt immer maximal etwa 10 Jahre in der alten Zeit, da kommt kein so richtiges Zeitreisefeeling auf. Zudem hält sich die Action etwas in Grenzen, zwar werden immer wieder mal ein paar nette Fights eingestreut und JCVD darf ordentlich austeilen inkl. seinem berühmten Spagat, aber sonst spielt sich Timecop recht trocken. Immerhin gibt es ein ercht flotten Showdown, wenn Zukunfts Walker und sein Vergangenheits-Ich den fiesen Senator in einem unfreiwilligen Tag Team Match seiner zeitübergreifenden Strafe zuführt.
Die darsteller sind dabei absolut in Ordnung, sogar der belgische Prügelknabe bekommt eine gekonnte Leistung hin und spielt für seine Verhältnisse sogar recht nuanciert. Die Spezialeffekte sehen sogar heute noch ganz brauchbar aus. Auch wenn aus Timecop mehr hätte werden können, ist der Film ganz unterhaltsam. Van Damme Fans können bedenkenlos zugreifen, der Rest sieht einen passablen SciFi Actioner.
6/10