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In der Zukunft, genauer gesagt im Jahre 2004, sind Zeitreisen möglich. Das muss überwacht werden und so gibt es eine speziell dafür geschaffene und natürlich geheime Organisation, die darüber wacht, dass damit kein Schindluder getrieben wird. Teil dieser seit 1994 operierenden „Time Enforcement Commission“ (TEC) ist auch Max Walker. Der kommt einem korrupten Senator auf die Schliche, der die Zeitreisen zur Bereicherung nutzt.

Und nebenbei versucht Walker natürlich noch, seine vor zehn Jahren getötete Frau zu retten. Aber das kann man sich nach den ersten paar Minuten schon denken, denn der von Peter Hyams inszenierte Streifen ist inhaltlich Malen nach Zahlen. Trotzdem wirkt der Bogen, den das Skript zu Walkers Verblichener konstruiert, so richtig mit der Brechstange. Aber Zeitreisen gehen immer und "Timecop" bietet davon ein paar, wenn auch das Meiste in der Gegenwart von 1994 spielt. Er erklärt auch nicht, wie das Ganze eigentlich funktioniert. Ist vielleicht auch besser so. Trotzdem wüsste ich gerne, wo das Gefährt, mit dem man losdüst, verbleibt. Oder wo es herkommt bei der Rückkehr. Und wenn sich die Zukunft ändert, ist die Behörde, die sich seit einer Dekade damit beschäftigt, völlig aus dem Konzept.

Jean Claude Van Damme in der Hauptrolle darf sich ab und an mal kloppen, wobei da gerne bei den Treffern der Schnitt kommt. Nimmt dem Ganzen doch was an Härte, abseits dessen gibt's Schusswechsel und am Ende einen unansehnlichen Matsch aus dem Computer. Van Dammes Spagat darf natürlich ebenso wenig fehlen wie ein wenig erinnerungswürdiger Schurke. Den erkennt man bei seinem ersten Auftritt übrigens sofort, die Inszenierung lässt einem quasi keine andere Wahl.

Die Geschichte selber ist relativ geradeaus (trotz des Themas), macht keine Umwege und beinhaltet den üblichen Hinweis, dass die Vergangenheit die Zukunft beeinflusst. Das wird heutzutage ja gerne anders gehandhabt, diese "klassische" Sichtweise macht's aber viel einfacher. Das braucht der Film auch, denn aus dem Szenario macht er eigentlich erstaunlich wenig. Das Design der Zukunft ist dabei nicht allzu aufregend, immerhin fahren die Leute in zu groß geratenen Brotdosen durch die Gegend.
Insgesamt meist kurzweilig, immer nach den 1990ern aussehend und mit regelmäßig eingeschobenen Actionszenen ist "Timecop" zwar ein solider Zeitvertreib aus seinem Jahrzehnt, so richtig nachhaltig ist das aber nicht. Kann man mal schauen.

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