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In Zeiten des „Akte X“-Booms surfte auch das PM-Studio auf der Welle mit und schickte Alien-Actioner wie „Dark Breed“, „Dark Force“ und „Destination Zero“ ins Rennen.
Im Falle von „Destination Zero“ erweisen sich allerdings bereits die ersten Minuten als leichter Abreger, wenn ein paar mäßig animierte CGI-Flugzeuge 1965 ein mäßig animiertes CGI-Raumschiff im Bermudadreieck aufspüren. Die Menschen ticken bei der Alien-Sichtung aus, es kommt zu Beschuss und hastigen Flugmanövern und einer der Piloten schmiert ab. Aufgrund der schlechten Effekte leider alles andere als spektakulär und so bleibt es bei den Flugszenen: Egal ob Hubschrauber, Flugzeuge oder UFOs – alles schlechtes CGI.
Sprung in die Gegenwart, als Colonel Rosewater (R. Lee Ermey) und sein Team das damals verschwundene Flugzeug nach Bergung in den Hangar schaffen. Auch Pilot Dallas Grayson (Michael Madsen) will das Teil sehen – der damals verschollene Pilot war sein Vater. Kurz darauf klauen UFO-Fanatiker das Objekt, werden in einer PM-typischen Jagd mit Dallas’ Hilfe gestoppt und Rosewater erschießt die Männer dabei eiskalt – offensichtlicher kann man den Bösewicht des Films fast gar nicht direkt zu Beginn brandmarken.

Was Dallas nicht weiß: Er und seine kleine Tochter haben Alien-Gene, was das Militär kurz darauf herausfindet. Also will man sie zu Forschungszwecken einsacken, doch mit Hilfe einer freundlichen Außerirdischen (Shelli Lether) wehren sich die Graysons dagegen...
Was an „Destination Zero“ relativ sehenswert ist, das sind die für die Entstehungszeit typischem PM-Autojagden. Es wird sich meist ausgiebig erfolgt, Fahrzeuge überschlagen sich oder heben weit vom Boden ab und Massenkarambolagen sind auch kein Fremdwort. Derartige Autoaction gibt es gleich mehrfach, sonst bietet die Palette nur kurze Prügeleien und Schusswechsel, die erwähnten, langweiligen CGI-Flugszenen und eine mittelprächtige Endballerei. In besagtem Showdown wird zwar einige Munition verbraucht, besonders spektakulär ist der Schusswechsel nicht.
Eine gute Story hat man bei PM ja selten bis nie um die Actionszenen gestrickt, aber die besseren Produktionen des Hauses haben etwas, das „Destination Zero“ missen lässt: Drive. Zwischen den Verfolgungsjagden ist so gut wie nichts los, dank der Alienfähigkeiten der Verbündeten ist die Spurensuche nicht besonders schwer. Dazu kommt noch, dass die Tochter mal wieder ein weinerliches, nerviges Blag ist, das auf des Zuschauers Nerven geht, und unsäglicher Familienkitsch die Warterei auf die nächste Actionszene nicht unbedingt leichter macht. Ganz nett sind immerhin die leichten Anflüge von Ironie.

Neben den schlechten Flugszenen aus dem Rechenknecht hat „Destination Zero“ leider noch ein paar andere Elemente, die dem Treiben einen gewissen Trashfaktor verleihen. Das Untergrundlabor in Area 51 sieht angesichts des schmalen Budgets noch halbwegs überzeugend aus, die CGI-Animationen der Alienkräfte hingegen sind schlecht getrickst, ebenso bescheuert das Alienkostüm, in dem der weibliche E.T. anfangs durch die Gegend tollt. Wenig durchdacht auch das Konzept der Alienkräfte, die mal übermächtig, mal enttäuschend schwach sind, je nachdem was das Drehbuch gerade braucht.
Michael Madsen reißt seinen Part so runter, spielt mit ein wenig Augenzwinkern und ist ganz OK, während R. Lee Ermey als fiese Möpp nur noch wie ein blasser Abklatsch vorheriger Fieslingsrollen erscheint. Ganz ordentlich ist auch Steven Williams als angegrauter Hintermann, Shelli Lether spielt ihre Alienrolle ebenfalls nett, während sich Erica Everage als unsägliche Nervensäge in der Tochterrolle entpuppt.

Dank der vielen Verfolgungsjagden in gewohnter PM-Qualität ist „Destination Zero“ noch unterdurchschnittlich, aber die sonstige Action ist lustlos gemacht, die Geschichte langweilig und der Familienkitsch reichlich nervig.

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