Review

Als "Body of Evidence" im Zuge der "Basic Instinct"-Welle an Land gespült wurde, war ja gerade die halbe Welt "In Bed with Madonna" gewesen, wo sie "Justify my Love" in Reizwäsche gegeben hatte.
Prima, wenn fast jeder Mann deine Rundungen kennt, kann man die Möpse auch mal pur präsentieren, am besten in einem aufrührerischen Erotikthriller, in dem ein Anwalt einer Klientin verfällt, die angeblich per Körpereinsatz (Sex) ihren Geliebten um die Ecke gebracht hat, um ihn um acht Mille zu beerben.

Nur leider zeigte kaum jemand daran Interesse. Madonna übertrieb die Sexmasche und "Basic Instinct" hatte auch nicht nur zufriedene Gesichter zurückgelassen. Die Welle war schon vorbei und der Film floppte. Und heute kann man auch sehen, warum.
Zunächst ist Madonna einfach keine Schauspielerin. Man kann zu ihrem Einsatz wenig sagen, denn was sie hier rumrutscht, entgegenreckt und zusammenreitet bedingt schon mal die totale Offenheit. Will heißen, ihre Titten sind alle fünf Minuten im Bild. Leider muss sie sonst auch mal sprechen und da es schon bei der Mimik hapert, versackt ihre Femme Fatale leider in allzu neutral-gefühllosen Gesichtsausdrücken bei den Gerichtsszenen und auch sonst vor Steifheit.

Womit man den Plot auch schon gestrickt hätte. Der Film reiht eine Enthüllung rund um die Tat, das Opfer, die Zeugen und die Angeklagte aneinander und zwischendurch schlägt Willem Dafoe lang hin, rammelt die Schöne durch eine Tiefgarage, im Bett, auf der Treppe oder sonst wo und so wechselt das immer hin und her.
Leider kann auch die demenzgeplagteste Oma vorhersagen, was da nun noch alles kommt und dass der Film so formelhaft vorhersehbar abläuft, dass man sich fragt, wie man namhafte Mimen wie Joe Mantegna, Jürgen Prochnow und Julianne Moore dafür bekommen hat. Moore schafft es dann auch locker in einer frühen Szene, Madonna an Bettakrobatik zu zeigen, wo der Hammer hängt, weswegen man sich die Wirkung auf Dafoe nicht recht erklären kann.

Dass die Gute natürlich eine ganz Schlimme ist, kommt dabei auch nie in Zweifel und als der Fall gegessen ist, klärt sich der Plan dahinter auch ganz flugs sapperlot und es kommt zu einem schießwütigen Höhepunkt, der nicht nur forciert und übertrieben ist, sonder auch bärig schlecht geschrieben.
Man muss also schon eine sehr platte Vorstellung von Erotik haben, um auf das bunte Treiben hier abzufahren, was uns schon längst in jeder guten Spätabendserie als Zugabe präsentiert wurde. Leider ist Uli Edel aber auch kein guter Regisseur und abgesehen von den Rammelszenen bleibt nur ein biederer Gerichtsfilm, der aber mit tausend Enthüllungen ständig auf sensationell machen will, aber stets nur bestätigt, was man eh schon hat kommen sehen. (3/10)

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