Häufig ist es ein schlechtes Zeichen für die Klasse eines Films, wenn er beinahe zwei Jahre benötigt, bis er seinen Weg aus den USA nach Deutschland findet. „Down in the Valley" wurde bereits 2005 gedreht, erscheint aber erst im März 2007 in Deutschland als DVD-Premiere. Und um die Frage zu beantworten: Wirklich so großartig, dass er genanntes Symptom oben widerlegen würde, ist er nicht.
Die Story: Der schrullige Cowboy Harlan (Edward Norton) und Tober (Evan Rachel Wood, „Dreizehn") verlieben sich ineinander. Doch als beide wegen einer Lappalie von der Polizei verhaftet werden, verbietet Tobers strenger Vater Wade (David Morse, „16 Blocks") ihr den Umgang mit Harlan. Doch Harlan will für seine Liebe kämpfen - bis ein Unglück geschieht, welches alles verändert...
Regisseur David Jacobson führte zuvor bei dem blassen Killer-Biopic „Dahmer" Regie, was man seinem doch arg emotionslosen Inszenierungsstil nach eigenem Drehbuch in „Down in the Valley" anmerkt. In der ersten Hälfte vermag der Film durch seine ungewöhnliche Liebesgeschichte, einem herrlich kauzigen Edward Norton als sympathischen Pistolero und ruhigen Songs durchaus seinen eigenen Charme zu entwickeln. In der zweiten Hälfte, wenn sich die Handlung zunehmend und unglaubwürdig in Richtung eines lahmen Krimiplots entwickelt, wird jedoch dieser gute Eindruck zunichte gemacht. Der Film wirkt auch durch einige Löcher in der simplen Handlung mindestens 15 Minuten zu lang und vermag nur phasenweise wirklich zu unterhalten. Edward Norton spielt ganz gut die verschrobene, tragikomische Figur des Delinquenten; Evan Rachel Wood und besonders Rory Culkin („Mean Creek" 2004) haben aber denkbar undankbare Rollen als aufmüpfige Tochter und Geliebte sowie als gelangweilter Sohn. Ihre Charaktere wirken wie stupide Stereotypen. Und so kann an dem mediokren Gesamteindruck auch die nette Gegenüberstellung von Tradition (Land und Vieh) und Moderne (Stadt) nicht viel ändern. Auch der Ausbau einer Referenz an klassische Westernmotive wird zu Gunsten einer unglaubwürdigen Mixtur aus Liebeskomödie und Krimidrama in gemächlichem Tempo - beinahe schon phlegmatisch - verschenkt.
Fazit: Trotz der guten Besetzung eher lahm wie ein alter Gaul. „Down in the Valley" verschenkt sein Potenzial, eine ungewöhnliche und leicht ironisierende (Cowboy-)Liebesgeschichte zu erzählen zu Gunsten einer lauen Krimihandlung, die überkonstruiert wirkt. So wirkt das Gesamtergebnis holprig, auch wenn „Down in the Valley" einige nette Sequenzen zu bieten hat. Schade um die erfrischende erste Hälfte des Films.