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Roger Corman selbst hielt bei diesem Beitrag zur Poe-Reihe die Zügel in der Hand, ein weiterer kostengünstig hergestellter Schnellschuß aus der Horrorschmiede, der leider nicht das Potential hat, um mit dem Überraschungseffekt von „House of Usher“ ein Jahr zuvor mithalten zu können.

„Das Pendel des Todes“ hat seine Stärken in dem atmosphärischen Setting, ein düsteres Schloß voller spinnwebverseuchter Kerker und dunkler Ecken, durch die die Protagonisten einer schlimmen Familiengeschichte folgen und eine bösartige Verschwörung aufdecken.

Folter, Wahnsinn und Tod sind die Eckpunkte des Geschehens, wieder mal wird ein Schloßherr in den Wahnsinn getrieben und einmal mehr geht der Plan für Gut und Böse nach hinten los, als der Delinquent unkontrollierbar wird.

Der wird erneut mit der üblichen Finesse von Vincent Price gegeben, der zunächst scheinbar in melancholischer Höflichkeit versinkt, ehe er auf den letzten Filmmetern den Fiesling rauslassen darf, als der Wahnsinn nach ihm greift.
Natürlich ist der Plot nicht besonders ergiebig und manches wirkt statisch, wenn die Figuren den Mund aufmachen, aber sobald eine Rückblende die Leinwand in psychedelisches Wabern aus der Stummfilmzeit versetzt und das Grauen der Vergangenheit heraufbeschwört, kann es schon ganz beängstigend werden.

Der Einsatz der kompletten Folterkammer samt Pendel, Grube und eiserner Jungfrau machen zwar nur die letzte Viertelstunde aus und der Showdown wirkt forciert, aber dafür wird das Tempo hier dankbar angezogen, von dem bösartigen Schlußgag ganz zu schweigen.
Horror-Actrice Barbara Steele hat hier leider nur einen wenige Minuten langen Kurzauftritt, aber ihre Faszination ist ungebrochen. Dieses Charisma geht Hauptdarsteller John Kerr jedoch völlig ab, weswegen er gegen den leidenschaftlich chargierenen Price von vornherein auf verlorenem Posten steht.

Insgesamt ein schöner Kostümschinken zum Schaudern und Grinsen, aber durchaus ernst zu nehmen und nicht wie einige spätere Beiträge eher zum Schmunzeln geeignet. Aber Klassiker sehen auch anders aus. (6/10)

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