Matthew Broderick spielt einen Studenten, der nach New York kommt, um an einer dortigen Filmhochschule zu studieren. Dort nimmt er mehr oder weniger zufällig einen Job an, ohne zu bemerken, dass er nun für eine Mafia-Familie tätig ist, bis er schließlich feststellt, dass das Familienoberhaupt, gespielt von Marlon Brando, seine Brötchen nicht als Öl-Importeur verdient und, dass die Mona Lisa, die im Wohnzimmer hängt, doch echt sein könnte und dann will ihn die Tochter des Mafia-Bosses auch noch heiraten.
Eigentlich war es wirklich schade, dass Francis Ford Coppola Don Vito Corleone im ersten Teil der "The Godfather"-Trilogie sterben und Marlon Brando damit nicht noch einmal in der besten Rolle seiner Karriere ganz groß aufspielen lies. Dies wird hier jedoch zum Glück von Andrew Bergmann, der zuvor unter Anderem mit "Der ausgeflippte Professor" in Erscheinung trat, realisiert, der Brando hier erneut die Rolle des Mafia-Bosses spielen lässt und der macht sich fast genauso gut, wie bei seiner Glanzleistung in Coppolas "Der Pate". Erneut beeindruck Brando mit einer, beinahe beängstigend großen Leinwandpräsenz und mit einem nahezu eisigen Charisma. Die Darstellung ist dabei erneut grandios, auf die Ähnlichkeit zu seiner Rolle als Don Vito Corleone wird sogar hingewiesen. Und Brando ist genau deshalb so amüsant, weil er die Rolle erneut todernst über die Bühne bringt und damit den perfekten Gegenpol zum sympathischen, unsicheren und überaus amüsanten Broderick bietet, der gegen Brandos Präsenz jedoch nicht die geringste Chance hat. Zudem sieht man dem lustigen Duo die Spielfreude durchaus an und so ist ein relativ hoher Unterhaltungswert gegeben.
Inszenatorisch ist der Film ebenfalls ganz gut gelungen. Gags gibt es zwar nicht am laufenden Band zu sehen, aber die, die gebracht werden, sind meist auch ziemlich lustig. Auf dämlichen Klamauk wird dabei zum Glück verzichtet, stattdessen gibt's Situationskomik, die die beiden Hauptdarsteller charmant und gut getimt servieren. Ein bisschen mehr Wortwitz und eine etwas höhere Dosierung der Gags wäre dabei durchaus besser gewesen, dafür wahrt der Film so jedoch einen Hauch von Ernst und baut zum Ende hin ein kleines bisschen Spannung auf. Ansonsten ist die Inszenierung recht schlicht gehalten, die Filmmusik ist nicht wirklich auffällig, die Atmosphäre ist, allein schon aufgrund der bestens aufgelegten Darsteller, ziemlich heiter und damit bietet der "Freshman" über die volle Laufzeit gelungene Unterhaltung, setzt sich aber auch nicht wirklich deutlich vom Mittelmaß ab.
Dafür sorgt nämlich die, etwas holprige Story, die den Film teilweise ausbremst. Anfangs stören die kleineren Lücken in der Handlung noch nicht, auch wenn die Charaktere ziemlich flach konstruiert sind. Wenn sich dann jedoch die etwas absurde Vater-Sohn-Beziehung zwischen dem Studenten und dem Mafioso entwickelt, wird sie zunehmend unglaubwürdiger, was der Dramaturgie erheblich schadet. Genauso unrealistisch, beinahe lächerlich ist auch die Idee mit der Hochzeit zwischen der Tochter des Mafiosos und dem Studenten. Außerdem hätte eine solche Gangsterkomödie ein überraschendes, geschickt konstruiertes Finale gebraucht, wie es zum Beispiel bei "Confidence" oder "Oceans eleven" der Fall war, aber hier ist das Ende, auch wenn man sich durchaus bemüht, leider sehr kalkulierbar. Was durchaus überzeugt sind die amüsanten Dialoge und die geschickten Anspielungen auf Coppolas "Pate".
Fazit:
Trotz einiger Schwächen in der Story bietet "The Freshman" gelungene Unterhaltung, was im Wesentlichen auf die solide Inszenierung und auf die beiden spielfreudigen Hauptdarsteller, die sich hier perfekt ergänzen, zurückzuführen ist.
64%