Russ Meyer, der Tittenpapst unter den Regisseuren, ist bekannt für Trashfilme mit großer Oberweite. Egal ob man sich da z. Bsp. "Megavixen" nimmt, "Mondo Topless" oder "Die Satansweiber von Tittfield", immer stehen die Mörderhupen der Hauptdarstellerinnen im Rampenlicht, umhüllt von einer hauchdünnen und meist megatrashigen Geschichte. Fans hatte der alte Lüstling viele, so auch Jonathan Yudis, der sich nun mit "Pervert" daran machte, seinem Idol eine Hommage zu widmen. Mit "Pervert" inszenierte er einen Film, den Russ Meyer wohl nicht viel anders gemacht hätte: Trash, Mördertitten und Blut stehen hier im Vordergrund, alles schön so, wie man es von Meyer bereits kennen gelernt hat. Und dennoch ist "Pervert" leider nur ein leidlich unterhaltsames Unterfangen geworden.
An der Story selbst liegt es dabei allerdings nicht, denn diese bietet eigentlich genau das, was man von so einem Film erwarten dürfte. Es geht um einen Mann namens James, der zu seinem Vater aufs Land fährt, um ihm dort zur Hand zu gehen. Was er allerdings nicht weiß, sein Vater ist ein alter Lustmolch, der vor allem auf junge Dinger mit großer Oberweite steht. Und sobald diese ihm nicht mehr gehorchen, z. Bsp. beginnt eine von ihnen eine Affäre mit James, verarbeitet er sie zu Hackfleisch. Ein Mädel nach dem anderen geht dem Alten ins Netz. Als James von der Sache erfährt, ist die Kacke natürlich am Dampfen... Roh, brutal, sexistisch und alles andere als Jugendfrei, so hört sich die Geschichte auf den ersten Blick an und das ist sie definitiv auch. Um regelrechten Horror geht es dabei allerdings nicht, eher schwarzer, regelrecht perverser Humor ist hier das Hauptanliegen des Regisseurs, genauso wie es wohl bei einigen Russ Meyer-Filmen der Fall ist. Und natürlich um die Präsentation des Ganzen, in einem extrem trashigen Umfeld.
Tja, und das kann "Pervert" dann auch wirklich bieten. Knallbunt und dabei mit allerhand skurrilen und abgefahrenen Ideen nur so verziert, haut Yudis mit trashigen Details nur so um sich. Egal ob es sich um haarsträubenden Dialoge handelt, um die billigen Requisiten oder um die Handlung an sich, die wirklich jeder Beschreibung nur so spottet. Hier wird auf extremste Art und Weise gegen den Strich des Mainstream-Kinos gebügelt, was Freunden des gepflegten Schmutzes durchaus gefallen dürfte. Dazu natürlich die ungemein große Fixierung, auf die enormen Oberweiten der Darstellerinnen, welche natürlich teilweise aus dem Porno-Genre stammen und hier fast ununterbrochen Oben ohne rumlaufen und dann meist in der Totalen ihre mächtigen Fleischbälle in die Kamera halten. Russ Meyer, Gott hab ihn seelig, dürfte seine Freude daran haben. Dazu dann noch ein herrlich bekloppt agierender Killer-Penis, (ja, ihr lest richtig) mit Gesicht und allem was dazu gehört, der so wunderbar schlecht animiert wurde, dass man aus dem Feiern nicht mehr herauskommt.
Und das zu Sex natürlich auch Crime gehört, ist ebenfalls bekannt, weshalb es hier und da auch nicht gerade zimperlich zur Sache geht. Da fallen schon längst verstorbenen Damen die Köpfe ab und lassen einen Blutschwall frei, den man in dieser Menge sonst nur aus japanischen Splatterfilmen kennt. Es wird gehackt und geschlachtet und der Papa darf auch schon mal mit offenem Brustkorb auf dem staubigen Boden liegen und sich dann selbst das Herz herausreißen. Und wenn dann eine der Damen auch noch am oben genannten Killerpenis stirbt, da dieser sich durch ihren After bis in die Mundhöhle bohrt, ja dann ist die Grenze des guten Geschmackes schon längst in weiter Ferne verschwunden.
Aber trotz alledem, so wirklich großen Spaß macht das Ganze dennoch nur bedingt und immer nur Stellenweise. Auch wenn die Darstellerinnen alle wirklich lecker aussehen, die Ideen mitunter abgefahrener kaum sein könnten und das Blut hier und da nur so spritzt, außerhalb dieser Szenen, die insgesamt wohl nur ca. 40% der Gesamtlauflänge ausmachen, wirkt das Treiben doch entsetzlich öde und lässt einen immer wieder warten, bis es endlich wieder etwas Abgefahrenes zu sehen gibt. Zumal einige Derbheiten auch nicht unbedingt in das trashige Gesamtbild passen, so wirkt der brutale Tritt eines Nazi-Mechanikers gegen sein eigenes Kind eher unnötig derbe, als komisch überspitzt. Und sieht man einmal von den Porno-Häschen ab, kann auch keiner der anderen Darsteller wirklich überzeugen, da die Damen ja wenigstens noch ein ein paar, ständig sichtbare, Merkmale besitzen, die Männer nun einmal nicht besitzen. Tja, ist halt so!
Fazit: "Pervert" ist definitiv einer der gewollt trashigsten Filme der letzten Zeit, der vor allem als Russ Meyer-Hommage gedacht ist und in dieser Hinsicht auch wirklich funktioniert. Frauen die ständig ihre Mörderhupen in die Kamera halten, skurrile Ideen bis zum abwinken, ein Killer-Pimmel auf Abwegen und Blut in Hülle und Fülle, lassen das Trash-Produkt eigentlich durchaus erst einmal unterhaltsam wirken. Schade nur, dass sich das Treiben aber nicht immer auf diesem schmutzigen Niveau halten kann, sich ab und an mächtig in die Länge zieht und auch sonst keine wirklichen Schauwerte besitzt. Russ-Meyer-Freunde dürfen gerne einmal reinschauen, Trash-Freaks sowieso, aber alles in allem hätte es trotzdem noch nen Zacken unterhaltsamer und flotter zugehen dürfen. Schade!
Wertung: 4,5/10 Punkte