Review

Angesichts der durchweg nicht schlechten Bewertungen und Reviews fällt es mir herzlich schwer, zu diesem Film eine schlechte Kritik zu schreiben, ohne die Gefahr, dass man mich als humorlosen Schimpansen abstempelt. Vielleicht sogar als geschlechtsloses Wrack, welches die Tiefe dieses Meisterwerks nicht versteht. Tja, leider ist es aber so. Vielleicht mag es daran liegen, das ich den berüchtigten Tittenregisseur Russ Meyer (der 2004 verstarb und dem dieser Film gewidmet ist) nicht als Gott verehre. Vielleicht mag es aber auch an meiner Einstellung liegen, das ich Trash generell in zwei Sorten teile: Unbeabsichtigt und beabsichtigt. Und da dieser Film mal sowas von absichtlich schlecht ist, fällt es mir schwer, einen Anlaufpunkt für diese 1-Punkt Kritik zu finden... aber loben will ich den Film auch nicht.

Die Story (wenn man sich einen Scherz erlauben und sie so nennen will) ist eine 80-minütige Ansammlung von Titten, Sex, Blut, gewichtigen Dialogen, Titten, Cartoon-Geräuschen, nackter Haut, Titten, und... noch mehr Titten! Wahlweise still, rangezoomt, in voller Action oder mit Honig zum abschlecken. Immer wieder gibt es kleine, völlig sinnfreie Zwischensequenzen, in denen eine Frau ganz in Tradition der Sexy Sport Clips rumhampelt, ab und zu auch auf einem Moped. Dann gibts wieder Titten. Zwischendrin die absurde "Geschichte" des Films, die sich darin äußert, das ein alter Mann Besuch bekommt von seinem Sohn, der wiederum Gefallen findet an der neuen, recht üppigen Geliebten seines Vaters, die dauerhaft wenig bekleidet durch die Gegend tanzt und ihre Titten präsentiert.

Sohnemann und Busen-Dolly kommen sich schließlich näher und treiben es wie die Matrosen, meist in unmittelbarer Nähe zum Vater, der das ganze irgendwann merkt und reichlich ungehalten ist über seinen Sohn. Seine Frau schreit er in der Nacht an und macht irgendwas mit ihr, da er sich als Künstler versteht und aus allerlei Fleisch Figuren zusammenschustert, zuletzt seine Fleischfrau Ophelia. Söhnchen will währendessen echt langsam abhauen, doch sein kaputtes Auto findet in dem homosexuellen KFZ-Nazi (nochmal zum auf der Zunge zergehen: Ein homosexueller KFZ-Nazi) keinen gescheiten Mechaniker. Der soll nur die Reifen wechseln, schraubt die Karre aber spontan auseinander. Dabei will er unserem Söhnchen nur etwas näher kommen, da er in ihn verliebt ist. Ein KFZ-Nazi.

Nachdem die dralle Blondine abhanden gekommen ist, holt sich Papa eine süße Nutte aus Spanien (oder so) ins Boot. Da wird natürlich auch wieder ordentlich gevögelt. Ach ja, und Titten. Ganz viel Titten. Und sie glauben es nicht. Noch mehr Titten! Übrigens gibts ab und zu immer Passagen aus der Sichtweise eines undefinierbaren kleinen Wesens, das grunzt wie ein Kobold. Das sind dann die Horrorelemente des Films. (Mal am Rande, ein Freund hat ihn im Rahmen einer sogenannten Halloween-Collection erstanden. Wer stellt diese Boxen eigentlich zusammen?) Das Finale ist mir dann echt zu verwirrend, um es jetzt hier Wort für Wort zusammenzukleben. Einige sehenswerte Elemente sind sicherlich der Einsatz des Knet-Penis und einige wirklich schon waghalsige Manöver gegen Ende. Wenn der Vater seinem Sohn sagt, das er sich in ihn verliebt hätte und das er ihn küssen soll... ja, das war nicht unlustig.

Trotzallem fällt es mir nicht ein, dem Film irgendeine andere Punktzahl als die 1 zu geben, weil mir das alles einfach schon fast zu blöde ist. Und ich erwähnte bereits, das ich mit gewolltem Trash nicht wirklich was anfangen kann, auch wenn es sich hierbei um eine Satire und/oder Hommage handeln soll. Nach dieser Ansammlung von nackten Frauen, Fickerei und Boing-Geräuschen war ich geradezu schockiert, das es hierzu ein Making-Of gibt und das sich die Macher wohl wirklich Mühe gegeben haben. Meine Schmerzgrenze war jedenfalls bereits nach knapp zehn Minuten erreicht, dann konnte ich nur noch unter Vorbehalt lachen. Wem dieser Hexenkessel gefällt, der soll damit glücklich werden. Ich brauch erstmal ein Bier.
Der homosexuelle KFZ-Nazi war übrigens der Regisseur...
(1/10)

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