Die Schlußszene in "Species" deutete es schon an, dabei würde es nicht bleiben. Und so geschah es.
Obwohl die Macher die halbe Besetzung wiederverpflichteten und noch ein paar bekannte Namen auffuhren, war das Ergebnis überwiegend Müll. Extrem ekliger Müll immerhin!
"Species 2" erweitert den Kosmos dieser Reihe um ein paar ungewöhnliche Neuerungen, die alle höchst unterhaltend zu registrieren sind. Erstmal findet sich die sonst vom Arsch der Galaxis stammende DNA plötzlich auf dem Mars wieder, wo sie sofort zwei von drei Astronauten bespringt. Derweil hat man aus dem ersten Film nichts gelernt und sich schon wieder eine Sil gezüchtet, womit Natasha Henstridge beschäftigt wäre. Die ist unter Hormonausschluß auch höchst kooperativ (Wie, keine Geschlechtsreife mehr, fragen sie? Fragen sie nicht mich...), Marge Helgenberger plötzlich die leitende Wissenschaftlerin (Was für ein Aufstieg...). Daheim angekommen haben die Astronauten erst mal 10 Tage Quarantäne inclusive Sex, werden aber nicht kontrolliert, sondern sofort auf die Menschheit losgelassen. Derweil kraucht schon eine wildgewordene Blutprobe durch die Gegend und der Missionsführer poppt alles, was er in die Hände bekommen kann.
Und genau das führt von nun an reihenweise zu dem, was für Gorefreaks den Film vielleicht interessant machen könnte. Da gibt es Minutenschwangerschaften haufenweise, in deren Verlauf Bäuche platzen, Eingeweide rausfliegen und mutieren, wenn sie nicht eh alle Mitanwesenden umbringen. Dazu fließt die rote Soße hektoliterweise. Dieses Rumgesaue ist deutlich selbstzweckhaft, als wüßte man, daß man sonst nichts in der Hinterhand hat.
Zumindest kein gutes Skript! Das bringt nämlich einen wohl vertraglich an die Fortsetzung gebundenen, aber höchst unwilligen Michael Madsen ins Spiel, der mit größtem darstellbaren Unmut sich durch den Plot schleppt, während er stets einen Schritt hinter der Handlung zurück ist. An seiner Seite wieder ein Quotenschwarzer, diesmal der einzige gesunde Astronaut. Warum der immer mitdarf, ich weiß es nicht.
Baldigst ist der Bösling geortet (der sich selbst noch den Kopf wegpustet, doch leider wächst dieser nach) und fortan muß man ihn vom Bespringen abhalten, bis er endlich die Schwester von Sil ortet. Die ist natürlich genetisch kompatibler und inzwischen auch ordentlich wuschig geworden, weil nach jahrelanger Männerisolation ein Klischeegeneral aus dem Komödienstadl einfach zur Tür hereinspaziert und noch Freunde mitbringt. Warum die sexuelle Entwicklung bei dem Weib komplett medikamentös auszuschalten ist und mit Männererblicken sofort heißläuft, verrät uns aber niemand.
Der Rest vom Fest ist so klischeehaft wie leicht auszurechnen. Unser Männchen hat sich bei seinen Matschereien reichlich stumme Kiddies zusammengevögelt, die sich als bald verpuppen, während er gar grauslig mutiert und eine der härtesten Sexszenen (rein außerirdisch) seit langem mit Miss Henstridges Double hinlegt (natürlich in Alienform). Während infiziert man alles, was nicht niet- und nagelfest ist, mit menschlichen Krankheitssporen, bis das Kokonschäferstündchen mit dem wohl brutalsten Cumshot der Filmgeschichte endet, der uns dann das Fortsetzungstürchen öffnet.
Warum sich irgendwer zu diesem bluttriefenden Blödsinn hergegeben hat, kann nicht erklärt werden. Das Skript ist aus der Rumpelkammer, Madsen hat kein Bock, Helgenberger liefert Standard, George Dzundza macht uns den Pappgeneral mit einem Auge (huahua...), Cromwell steht verloren in der Gegend rum und Williamson (Mykelti, nicht Kevin) soll wohl lustig sein. Wer seine Ansprüche total abtritt, mag sich davon vielleicht noch unterhalten, allen anderen wird dieser Film irgendwie doof vorkommen und das ist er dann auch.
Aber falls es genügt, in Geschmacklosigkeiten rumzuwaten, dann ist das euer Film. Nur hätten wir die bekannten Gesichter für diesen Schrott nicht benötigt. (3/10)