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Das Bi-Ba-Bumsealien ist zurück!

Satte drei Jahre Wartezeit auf die Fortsetzung „Species II“ war für die 90er schon eine halbe Ewigkeit. Aber wahrscheinlich wartete man noch die Heimkino-/VHS-Verkäufe des Originals ab, um dann einen veritablen und leicht fortzusetzenden Hit vorzufinden und dieses noch plattere, unoriginelle Sequel hinterher zu schieben - in dem ein berühmter und attraktiver Astronaut den Mars betritt und von dort in sich eine sexuell sehr aktive Alienspezies mit auf die Erde bringt. Was natürlich auch unserer Sil (wieder Natasha Henstridge) bzw. ihrem hormonellen Fortpflanzungsdrang aus dem Original nicht entgeht, die nun wieder in einem Labor „gefangen“ gehalten und sich sogar relativ freiwillig für Experimente benutzen lässt…

Now The Fun Begins…

In „Species II“ wird noch immer viel gepoppt. Die Henstridge ist noch immer zum Niederknien. Alle weiblichen Figuren sind nicht schüchtern und sehr zeigefreudig. Es gibt einige Wiedersehen aus dem Vorgänger. Das giger'sche Design geht noch klar. Die Laufzeit ist kürzer. Viel zahmer ist er auch nicht in Sachen Gewalt, eher im Gegenteil. Das rauschige Neunzigerfeeling ist noch da. Es gibt wieder Bodyhorrorekel, sleazy Tentakel, verdrehte Körperflüssigkeiten und mörderisch-monströse Sexszenen. Und auch seine Videokassette hatte damals bei mir sicher ihre Gebrauchsspuren. Besonders an bestimmten, freizügigeren Stellen. Oder garstigeren Goremomenten. Das passt alles soweit, das hat sich nicht geändert. Damals ein geiler Bock, heute ein geiler Bock. Wenn anfangs einer feinen Affäre des Alienastronauten in Turbospeed ein Babybauch wächst und eine riesige, blutige Kinderfratze aus ihrem Unterleib platzt - als praktischer Effekt und wie in besten „Nightmare On Elm Street“-Zeiten - dann ging mein Daumen sogar sichtbar und körperlich vor dem Fernseher nach oben. Mein Grinsen wurde breiter. Dennoch fehlen nun natürlich etwas Überraschungseffekt, Wow-Faktor und auch einige Stars. Noch dazu wird wenig erklärt, warum Sil nun plötzlich in dieser Art und Weise wieder da ist und sogar kooperiert. Alles wirkt noch deutlich niedrigbudgetierter und trashiger. Ein waschechter Creature Feature-Splattererguss, nicht super weit weg von Corman, Troma oder Charles Band. Aber dann doch eben mit den Effekten und Experten einer größeren Produktion an Bord. Insgesamt noch einmal (not)geiler, blutiger, dümmer und perverser. Da wusste einer, was die Leute am Original anmachte…

Cumshots können tödlich sein

Fazit: schließt solide an den ersten „Species“ an ohne ihn irgendwie irgendwo zu überflügeln. Bis auf den Blutzoll vielleicht. Seine Sache zieht er erotisch, eklig, entertaining genug durch. Richtig gut oder originell oder hübsch jedoch nimmer. Noch deutlich trashiger. Schlocky Schleimpowerkino fast wie aus den Autokinos der 50er. Dennoch stand hier das Franchise noch im Saft, war aber nicht am Ende… 

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