Review

The Rape of Water

„Mimic“ war Ende der 90er für mich (ähnlich wie „Das Relikt“) eine waschechte Videothekenentdeckung. Und für etliche andere auch. Bis heute ein exzellentes Creature Feature, atmosphärisch wie bolle, düster und ziemlich fies. An die zwei Sequels habe ich mich aufgrund ihres schlechten Rufs damals/ein paar Jahre später aber nicht herangetraut. Da war mir die Zeit zu schade, dafür gab’s einst und in Zwischenzeit mehr als genug bessere Alternativen. Nun war es aber mal an der Zeit diese glitschige „Wissenslücke“ zu schließen - eigentlich ja auch Ehrensache als kleiner Fan des Originals. In dieser halbgaren, kleinbudgetierten und extrem unoriginellen DTV-Fortsetzung hat scheinbar eines der menschenähnlichen Rieseninsekten überlebt und macht sich sogar aus seiner Kanalisation auf in die weiten und dreckigen Gassen des Big Apple - umso toller für den paarungsbereiten Monsterbug, wenn eine benachbarte Insektenexpertin und Grundschullehrerin einfach nicht bei den Menschenmännern ankommen mag…

Mehr Gekrabbel, mehr Gekröse

Wenn das Grundgerüst eines Genreoriginals stark und einzigartig ist, dann muss die unvermeidliche Fortsetzung gar nicht allzu viel machen, um zumindest die Fans als Überbrückung zu befriedigen und ein brauchbarer Film zu sein. „Mimic 2“ macht da aber wirklich nur das Nötigste. Es gibt einige Herrenleichen und zerfleischte Gesichter, unsere Insektologin ist ganz sweet und nerdig, New York kurz vor den Terroranschlägen macht immer Gänsehaut. Zudem kann das „Mimic“-Franchise düster-tropfende Hinterhöfe und Nebengassen einfach. Das hat man in seiner filmischen Kakerlaken-DNA. Etwas einfältig ist hier das Männerbild. Da soll man nochmal sagen, heutzutage wären die Männer in Filmen mit Messages stumpf und allesamt eklig. In „Mimic 2“ wird’s echt schwer einen dezenten Dreibeiner zu finden. Aber das ist hier nunmal auch Teil des Konzepts. Das übrigens, wenn man mal genau darüber nachdenkt, ziemlich bonkers ist. Dazu kommen positiv noch die echt knackige Laufzeit und das immer noch gute Monsterdesign. Deswegen ist „Mimic 2“ insgesamt ein klares Downgrade und im Grunde nur 'ne lauwarme Wiederholung des Originals. Etliche Einstellungen und Momenten sind gefühlt direkt abgekupfert. Und die wenigen CGI-Ganzkörpershots der humanoiden Killerkäfer sind nicht allzu gut gealtert. Eher miserabel. Aber für käferresistente Horrorfans alles in allem keine total vertane Zeit. Erst recht, wenn man sich direkt danach den dann wirklich katastrophalen dritten Teil im Vergleich anguckt… 

Fazit: vieles kommt einem bekannt vor, wenig macht „Mimic 2“ anders als sein Original. Aber unsere Protagonistin ist nicht uninteressant, die regennasse Atmosphäre passt und der Goregehalt auch. Für einen schwülen Sommerabend in Ordnung. 

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