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Die Belmondo-Filme der Achtziger folgten fast ausschließlich dem selben Schema, so dass die Kritiker ihm vorwarfen, nur noch eindimensionale, oberflächliche Actionrollen spielen zu können. Das bewog ihn schließlich zum Umdenken und er versuchte mit „Le Solitaire“ alle eines Besseren zu belehren. Letztlich ist der Film aber nur ein zahmer Aufguss von „Der Außenseiter“, den Belmondo 4 Jahre vorher, ebenfalls zusammen mit Regisseur Jacques Deray, drehte. Die Quittung gab es an der Kinokasse. Der Film floppte in Frankreich böse, worauf der deutsche Verleih versuchte, in dem er den Film völlig sinnlos „Der Profi 2“ betitelte, Schadensbegrenzung zu betreiben. Eine Assoziation zu Belmondos Glanzzeiten ist aber nur vom Titel her gegeben.

Fast schon zwanghaft versucht der Film ohne Actioneinlagen auszukommen und präsentiert sich demzufolge als Krimi mit Dramaelementen. Cop Stan Jalard will zusammen mit seinem Kollegen aussteigen und ein Hotel betreiben. Als dieser bei ihrem letzten Fall kaltblütig getötet wird, zerreißt Jalard sein Rücktrittsgesuch, um den Mörder zu schnappen. Wieder muss Belmondo einen durchgeknallten, eiskalten Psychopathen zur Strecke bringen. Auch wenn an Action, bis auf ein paar kurze, zahme Keilereien nichts geboten wird, ist er in seinem Element, klopft Sprüche (wenn auch weniger als gewohnt) und bekommt jede Frau ins Bett. Untypisch ist nur, dass er nebenher noch den Sohn seines toten Kollegen großziehen muss.

Neben etlichen Bekannten früherer Filme (Vernier, Beaune, etc) ist auch seine damalige Lebensgefährtin Carlos Sottoma Yor (u. a. „Der Außenseiter“) kurz zu sehen. Das hilft nur leider kaum um die ganzen Mängel dieses mutlosen und unentschlossenen Versuchs einen anderen Belmondo-Film zu drehen, vergessen zu machen.

Nie kann sich der Film entscheiden, ob er nun ein ernsthafter Krimi, ein Drama oder doch ein salopper Actionthriller sein will. Die Shootouts sind blutig und am Ende ist es doch wieder der von seinen Rachegelüsten getriebene Bebel, der für Recht und Ordnung sorgt – wenn auch diesmal nicht ganz so konsequent wie gewohnt. Um Spannung zu erzeugen fehlt dem Film ein Plotkonstrukt das Fragen aufwirft und Ermittlungen nötig hat. Auf gewohnt unorthodoxe Weise quetscht Jalard einfach die Spitzel und umgedrehten Kriminellen aus, um den Killer zu gelangen.

Wer nun unbedingt Belmondo ein letztes Mal in der Rolle des wortgewandten, harten, Prinzipien treuen Cops sehen will, der kann sich „Der Profi 2“ kompletthalber zu Gemüte führen. Aber Warnung vorweg, selbst ich konnte, obwohl ich den Mann schätze, dem Streifen nicht viel abgewinnen. Seine Zeit war einfach reif.

Fazit:
Unterdurchschnittlicher Versuch Jean-Paul Belmondos seine Kritiker Lügen zu strafen. „Der Profi 2“ ist ein misslungener, inkonsequenter und mutloser Versuch einen möglichst authentischen Krimi zu schaffen und damit zu zeigen, dass Belmondo auch noch in ernsthaften Filmen glänzen kann. Da die Sprüche aber nicht ausbleiben, hin und wieder auch die Fäuste regieren und die wenige Action dann ganz einfach unspektakulär war, stellte sich der Film zurecht als Flop heraus.

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