Mit einem Bohrfahrzeug schrauben sich zwei Wissenschaftler Richtung Erdkern und landen in einer unbekannten Welt, in der sie von menschenähnlichen Wesen versklavt werden, um zusammen mit anderen Gefangenen riesigen Vogelwesen mit telepathischen und telekinetischen Fähigkeiten zu dienen. Doch die beiden Neusklaven proben den Aufstand und versuchen zusammen mit ihren Leidensgenossen die Riesenflattermänner zu stürzen.
Nach seinem "Caprona - Das vergessene Land" drehte Regisseur Kevin Connor diesen ähnlich gelagerten Film. Wieder geraten ein paar Personen in eine geheimnisvolle Welt und müssen um ihr Leben kämpfen. Doch im Vergleich seinem vorherigen Werk geht es diesmal zügig in die neue Welt, die abwechslungsreicher ausfällt als das Land Caprona, denn hier gibt es neben den Vogelherrschaften mit den besonderen Kräften, normale Menschen mit eigenen Sitten und Bräuchen, die menschenählichen Sklaventreiber und eine Hand voll phantasievoller Kreaturen. Doch leider schafft es dieser Film (wie auch schon der über das vergessene Land) nicht durchgängig zu unterhalten, denn zwischenzeitlich lässt das Interesse des Zuschauers auf Grund des Leerlaufes nach und manche Szenen wirken sehr willkürlich des schnellen Effekts wegen eingestreut wie z.B. beim Kampf zwischen Monstren, dem Intermezzo mit dem Feuerspeier oder dem Duell zwischen dem Helden und dem "Eigentümer" der Frau.
Damit wären wir auch schon bei den Effekten. Die Monster wurden wie bei den alten Godzillameisterwerken von Menschen in Ganzkörperkostümen zum Besten gegeben, wobei im Vergleich zu der japanischen Riesenechse und deren Gesellen diese Wesen hier eine Spur unrealistischer (falls man in diesem Zusammenhang davon sprechen kann) rüberkommen. Dafür ist hier für Abwechslung gesorgt, denn neben den Riesenfederträgern gibt es eine Gappakopie, überdimensionale Wildschweine auf zwei Beinen, ein nilpferdähnliches Wesen und einen feuerspeienden Krabbler, der witzigerweise bei einem Sturz aus großer Höhe tatsächlich explodiert.
Bei den Kämpfen zwischen Mensch und Monster agieren die Darsteller entweder vor Projektionen ihrer Gegner oder es wurde zu Puppen gegriffen (sehr unterhaltsam ist hierbei die Verspeisung eines Menschleins durch ein Riesenwildschwein). Die Masken der Sklaventreiber sind nicht das Gelbe vom Ei, erfüllen aber ihren Zweck.
Die Darstellerleistungen liegen insgesamt im grünen Bereich. Doug McClure (nicht zu verwechseln mit Troy) gibt wie auch schon in "Caprona" den Helden und Frauenschwarm, der großartige Peter Cushing überzeugt in seiner Rolle als Professor, wobei mir seine albernen Einwürfe mit zunehmender Laufzeit auf den Senkel gehen, aber das liegt nicht am Schauspieler, sondern an der undankbaren Rolle und die leckere Caroline Munro bietet appetitliches Augenfutter.
Insgesamt kann ich nicht genau sagen, ob mir nun "Caprona" oder "Der sechste Kontinent" besser gefällt, denn dazu sind beide einfach zu ähnlich und können nicht durchgängig bei Laune halten. Wer Monster und phantastische Welten in typischen 70er Jahre Filmsets mag, dürfte an beiden Werken Gefallen finden.