„Sie können mich nicht hypnotisieren. Ich bin nämlich Engländer.“
Nachdem die englische Produktionsgesellschaft Amicus mit „Caprona – Das vergessene Land“ einen kleinen Achtungserfolg erzielen konnte, setzte man erneut auf Regisseur Kevin Connor und Doug McClure in der Hauptrolle. Genug Pappmaché war offenbar noch übrig.
David (McClure) und Dr. Abner Perry (Peter Cushing) befinden sich in der Kapsel einer riesigen Bohrmaschine, um das Erdinnere zu erforschen. Plötzlich stoppt das Teil und nach kurzer Erkundung einer neuartigen Umgebung werden die beiden von dem aggressiven Stamm der Sagoth in Gewahrsam genommen, welche wiederum von den telepathisch veranlagten Flugreptilien der Mahar gesteuert werden…
Die Story weist minimale Parallelen zu „Die Zeitmaschine“ und „Planet der Affen“ auf, nur geht dies ohne jeglichen Tiefgang vonstatten. Immerhin erreicht man nach nur sehr kurzem Vorgeplänkel den titelgebenden Kontinent, der neben Plastikpflanzen, jede Menge Greenscreen, Styroporfelsen und Monster auf Pappbasis bietet. Cushing, der als leicht zerstreuter Professor für Auflockerungen harmloser Art zuständig ist, erhält dabei deutlich weniger Screentime als McClure, der aufgrund der unbarmherzigen Kamera und einigen etwas zu lang geratenen Einstellungen wie abgelaufene Kirschmarmelade daherkommt. Kein Wunder, dass sich Prinzessin Dia (Caroline Munro) zunächst abwendet und erst zum Showdown wieder aufkreuzt.
So richtig will das Höhlenabenteuer allerdings nicht in Gang kommen. Ein Fight zwischen zwei Dino-Nashörnern fruchtet aufgrund ausbleibender Charakterzeichnungen nicht wirklich, während die Sagoth mit ihren aufgeklebten Schweinenasen ihre Sklaven zumindest stets hurtig antreiben, damit das Gefüge in Bewegung bleibt. Später trifft Held David noch auf einen Stammesführer, was mit einem Kampf unter grunzenden Neandertalern eingeleitet wird, - zwei Minuten später bequatschen die zwei taktische Vorgehensweisen zur Bekämpfung der Mahar.
So muss irgendwann ein Feuervorhang überwunden werden, die Telepathie-Reptilien hypnotisieren eine von vier Frauen, um letztlich doch alle zu schnappen und einen Discounter muss es auch im Erdkern gegeben haben, denn David trägt plötzlich passend zum Finale einen schlichten Anzug, während es für die Amazone noch etwas frische Schminke gab.
Zwischen Statisten unter Bierdeckeln und Laien an Seilen dürfte das Herz des einen oder anderen Trashfans aufgehen. Hinsichtlich der überaus billigen Aufmachung fährt dies zwar einige Sympathiepunkte ein, doch storytechnisch ist viel Leerlauf zu verzeichnen, während die Spannung nach dem Eindringen mit dem Bohrer im selbigen stecken bleibt.
Eine wahrlich nicht sonderlich aufwändige Produktion.
5 von 10