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1973 in den Sümpfen von Louisiana: Eine Reserveeinheit der Nationalgarde versammelt sich um ihre militärischen Übungen zu frönen. Es sind die unterschiedlichsten Gründe, die die meist ebenso unerfahrenen wie ungebildeten Männer dazu bewegt dies zu tun. Es mag eine verklärte Mischung aus Vaterlandsliebe und Abenteuerlust sein – vielleicht aber auch nur die erhoffte Möglichkeit ihrer tristen Existenz einen tieferen Sinn zu geben. Und dann sind da noch Jene, die das alles aus tiefster Überzeugung tun, das sind dann die Schlimmsten …  „Southern Comfort“ lässt sich genügend Zeit die neunköpfige Übungstruppe, deren Schicksal der Zuschauer beiwohnen darf, mit all ihren Eigenheiten vorzustellen, daher will auch ich etwas zu dem zusammen gewürfelten Haufen sagen: Da ist ein völlig überforderter Sgt. Poole, der exakt zum falschen Zeitpunkt genau das Falsche befielt und dessen Unfähigkeit den unseligen Trupp von Hobbysöldnern geradezu ins Desaster steuert.  Ich möchte hier nicht die Spannung nehmen, aber der beißt zuerst ins (Sumpf-) Gras. Sein selbsternannter Stellvertreter steht ihm in Nichts nach. Sgt. Casper heißt nicht nur so, er ist auch einer. Es ist sein militärischer Grad, die streifen auf seine Schulter, die ihn zum rechtmäßigen Führer dieser nun mehr nur noch achtköpfigen Gruppe macht. Dann ist da der junge hitzköpfige Stuckey, der sich und die Gruppe mit seinem wilden Herumgeballere unwissentlich in Lebensgefahr begibt. Reece ist ein unangenehmer Zeitgenosse, der nichts Gutes im Schilde führt. Sein Antrieb ist die pure Lust an Gewalt. Eine tragische Figur gibt Bowden ab, der im zivilen Leben Lehrer und Coach eines Football-Teams ist. Zunächst ist er das moralische Gewissen der Gruppe – bis ihn dann der Wahnsinn heimsucht. Seinen eigenen Untergang erlebt er nicht mehr als selbstständig denkender Mensch. Die letzten beiden Charaktere der Gruppe, die ich hier erwähnen möchte, sind die Hauptfiguren im Film: Spencer und Hardin. Spencer, ist eigentlich der scharfsinnigste und Erfahrenste. Beliebt in der Truppe lehnt der zynische Einzelkämpfer, jede Verantwortung ab. Hardin ist neu aus Texas hinzugekommen. Er ist rätselhaft und verschlagen. Spencer und Hardin bilden dann auch die Intelligenz der Gruppe.  Zur eigentlichen Handlung: Die neunköpfige Truppe von schlecht geführten Amateur-Söldnern stößt in den Sümpfen schon recht früh auf ihre Grenzen. Sie haben sich schlichtweg verlaufen. Sie treffen auf eine Gruppe von Menschen, die sie „Hinterwäldler“ nennen. Es sind Cajuns - französisch sprechende Amerikaner, die  unter einfachsten Bedingungen im Sumpf vom Fischen und Jagen leben.Was die Hobbysoldaten nicht bedenken: Sie befinden sich auf fremden Terrain. Sie sind Gäste in einem Dschungel, in dem SIE die Eindringlinge sind. Jedoch verhalten sie sich nicht wie Gäste. Sie klauen Kanus und ballern wild ums sich. Dass mit  Platzpatronen zum Spaß herumgeballert wird, kann niemand begreifen, in den Sümpfen Louisanas. Die Cajuns haben eine eigene Vorstellung von Spaß. Sie erwidern das Feuer mit SCHARFER Munution und unsere Freizeitrambos befinden sich nunmehr in einem Krieg, den sie nicht begreifen können. Die Cajuns sind Jäger, und was nun gejagt wird ist Mensch! Nein, die Cajuns sind keine Teufel. Sie kämpfen gegen Dinge an, vor denen Sie sich fürchten. Dinge die in ihre Welt eindringen ohne ihren Wertvorstellungen genüge zu tun. Sie tun also dass, was menschliche Wesen nun mal tun. Wie normal das Leben dieser Cajuns ist, kann sich der Zuschauer selbst ansehen. Es wird gefeiert, gesungen und getanzt, wie in jeder anderen Kultur auch.  „Southern Comfort“ wird erzählt wie ein Kriegsfilm und er funktioniert wie ein Kriegsfilm.Soldaten in einer fremden Kultur, die durch extreme Situationen gehen um dann die allumfassende Frage nach dem „Warum“ zu stellen.

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