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Frank Martin is back! In der Rolle des kühlen Transporters darf Jason Statham (Revolver) erneut vollen Körpereinsatz zeigen. Eigentlich könnte "Transporter - The Mission" ein Riesenspaß sein, wenn da nicht wieder Onkel Besson am Skript gearbeitet hätte. Allerdings trägt er bei diesem Werk nur teilweise die Schuld. Denn auch in anderen Bereichen wurde Bockmist gemacht...

Der neuste Auftrag von Frank Martin (Jason Statham) besteht darin, den Jungen der reichen Billings-Familie zur Schule und wieder zurück zu fahren. Im Prinzip ein simpler Job. Wäre da nicht der von einem Drogenkartell beauftragte Gangster Gianni (Alessandro Gassman) und seine Killerin Lola (Kate Nauta), die den Jungen entführen und ihm ein tödliches Virus verabreichen. Frank bleibt nun wenig Zeit, um das Gegengift zu beschaffen...

Hier agiert Jason Statham fast genauso wie im Vorgänger, weshalb man bei ihm die wenigsten Abstriche zu verzeichnen hat. Lediglich etwas mehr Charaktertiefe hätte man seiner Figur geben können. Ansonsten eine gute Performance. Die reichen Eltern des Jungen werden von Amber Valletta (Hitch) und Matthew Modine (Die Piratenbraut) verkörpert, die auch in Ordnung gehen. Leider hinterlassen die beiden Oberschurken wenig Eindruck. Alessandro Gassman (Kreuzritter) ist eine austauschbare Figur und Model Kate Nauta erinnert opitsch an Bessons Ex Milla Jovovich. Ob da die nächste Ex-Frau im Anmarsch ist? Die von Nauta gespielte Killerin darf lediglich nur hübsch aussehen und stets beidhändig mit schallgedämpften MAC-10's in der Gegend rumballern. Ein bisschen Kampfakrobatik ist zwar auch noch drinn, aber hier haben wohl Drahtseile die meiste Arbeit erledigt. Jason Flemyng (Snatch) und Keith David (Sie leben!) machen jeweils einen passablen Nebenpart-Job.

Die Schuld trifft Luc Besson hier bezüglich des Drehbuchs. Denn wirklich viel oder was neues ist ihm da nicht eingefallen. Im Grunde ist die Handlung nämlich ein Mix aus "Mann unter Feuer" und "M:I-2". Auch was die Action betrifft, so hat man sich keine Neuigkeiten einfallen lassen, sondern man kopiert den Stab-Fight aus "Kiss of the Dragon" und die Wasserschlauch-Szene aus "Romeo must die". Die eine oder andere Verfolgungsjagd mag noch in Ordnung gehen, versagt aber sobald man auf CGI zurückgreift. So wirken nicht nur einige Kampfeinlagen unglaubwürdig, sondern auch etliche Stunts kommen nicht nur lausig rüber, sondern wirken auch allzu realitätsfremd. Hier sei nur mal jene Sequenz als Beispiel genannt, in der Frank die Bombe unter seinem Auto entfernt. Im Finale gibt es dann noch grottenschlechte Jet-Animationen zu sehen, bei der jedes Modellflugzeug an einem Faden realistischer ausgesehen hätte. Zudem kracht Martins Audi überall irgendwie rein, hat aber kaum Kratzer oder Beschädigungen zu vermelden. Auch was die Locations angeht, hat man Mist gebaut. Waren im Vorgänger noch südfranzösische Landschaften der Hintergrund, so darf hier mit Miami eine US-Staat als Location herhalten. Doch Miami kennt man zu genüge, da die Stadt als Kulisse schon in den beiden "Bad Boys"-Filmen, dem "CSI"-Spin/Off sowie unzähligen anderen Filmen durchgenudelt wurde. Für die nötige Portion Erotik sorgen die freizügigen Auftritte von Kate Nauta, auch wenn solches Auftreten in einer Kampfhandlung eher taktisch unklug wäre. Denn BH und Slip halten im Gegensatz zu einer Kevlar-Weste keine Kugeln ab. Da "Transporter - The Mission" handlungsmäßig nur ein lahmer Genre-Mix ist, bleibt natürlich auch die Spannung aus, auch wenn sie kurzzeitig mal auftreten darf. Dafür entschädigt der Streifen mit einigen guten Actionszenen (z.B. Fight mit Autodieben in der Eröffnungssequenz, Duell mit falschem Praxispersonal), wo man auch vor nötiger Härte nicht zurückgeschreckt hat. Garniert wird der Film dann noch mit unzähligen oberbescheuerten Einfällen seitens Besson (Rasta-Taxifahrer, die schon angesprochene Entfernung der Autobombe, billig abgefilmte und unpassend eingesetzte Heli-Zerstörung).

So gesehen ist "Transporter - The Mission" nur eine Spur schlechter als das Original, wo man die Action sowie Stunts noch größtenteils realistisch insziniert hat. Somit bleibt von dem Film nur passable Actionunterhaltung für Zwischendurch, bei der man auf keinen Fall das Nachdenken anfangen sollte, übrig.

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