Scheinbar gibt es kein Entrinnen. Nachdem die Seuche der uninspirierten Fortsetzungsfilme schon seit Jahren in Hollywood grassierte hat sie nun auch Frankreich erreicht. Das neueste Anzeichen hierfür hört auf den Namen „Transporter 2: The Mission“.
Frank (Jason Statham) ist diesmal in Miami im Einsatz. Hier spielt er den Fahrer oder auch Bodyguard des kleinen Sohnes eines hochrangigen Politikers (?), der sich im Kampf gegen das Drogenkartell befindet. Dem Kind soll ein Virus injiziert werden, der sich durch Atemluft verbreitet und dadurch den Vater und vor allem alle Mitglieder von dessen Anti-Drogen-Konferenz killen soll.
Aufmerksame Zuschauer oder auch Leser werden hier sicherlich stutzig ob der Story, die auch in diesem kurzen Umriß schon ziemlich bescheuert um nicht zu sagen hirnrissig wirkt.
Beim Betrachten des Films tun sich allerdings sogar noch beim unbedarftesten Zuseher Logiklöcher von der Breite des Bodensees auf, die man beim besten Willen nicht unbeachtet lassen kann. Eigentlich hätten bei einer solchen Story die Zuschauer scharenweise die Kinos um Hilfe schreiend verlassen müssen. Geschehen ist dies meines Wissens nach nicht. Woran lag es?
Auch wenn dem ganzen Film nur eine Art von Handlungstorso zugrunde liegt bietet er doch jede Menge Gelegenheiten für Jason Statham sich in den Action-Szenen zu profilieren. Dies ist sicherlich ein Verdienst von Corey Yuen, dem Regisseur der Action-Szenen und natürlich Statham selbst, der im Vergleich zu Teil 1 wesentlich dynamischer wirkt.. Auch muß man anerkennen, dass hier das Tempo des gesamten Films dazu beiträgt manche Schwäche des Drehbuchs zu verdecken. Zudem ist die Figur des Transporters einfach wirklich cool und mit Jason Statham sehr gut besetzt. Dazu kommt der französische Kommisar aus dem ersten Teil, der in der Szene als er die US-Kollegen bekocht dem ganzen Streifen ein echt witziges Highlight verpasst. Einen guten Film machen diese Dinge aber noch lange nicht aus.
Die grenzdebile Story lastet einfach zusehr auf dem Ganzen. Bescheuerte Charaktere wie die halbnackte, um sich schießende Lola, der Obermotz Gianni, die lächerlichen russischen (natürlich!) Virologen tun noch ihr übriges und töten einem schlichtweg den letzten Nerv. Dazu kommen einige bar jeder Logik ablaufende Action-Sequenzen, die zudem teilweise durch wirklich mäßige CGI-Effekte umgesetzt wurden. Normalerweise kann man vieles davon durch eine gehörige Portion Humor abmildern, was hier aber auch in die Hose (des Drehbuchautors) ging. Die Sprüche aus dem ersten Teil von wegen „Regel 1...“ u.s.w. fehlen einfach oder sind anfangs bereits zu lähmend.
Weshalb also war der Film in den USA so erfolgreich? Weshalb geifert die dt. DVD-Community nach der Ausgabe dieses Streifens im Steelbook? Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung.
Wenn man bedenkt, dass Luc Besson, der so geniale Filme schuf wie „Leon, der Profi“ und „Nikita“, hier also Drehbuchautor fungierte fällt einem eigentlich nix mehr ein. Mag ja sein, dass Besson seine eigenen Projekte schon seit Jahren hinten anstellt um das europäische, französische Kino mit solchen Produktionen auf Hollywood-Standards zu hieven, aber lieber würde ich einen Film von Bessons alter Klasse sehen, als zehn dieser hirn- und seelenlos heruntergekurbelten Streifen, mit denen er dass Publikum seit einigen Jahren füttert.