Oh weh, was für eine derbe Enttäuschung, dieses Sequel eines meiner Lieblingsmovies! Wie konnten sie nur...
Aber der Reihe nach: "The Transporter" war ein echter Überraschungserfolg, ein Film mit diesem gewissen französischen Flair, bei dem es von der ersten bis zur letzten Sekunde Spaß gemacht hat, dem Hauptdarsteller Jason Statham bei seiner atemberaubenden Hatz auf die chinesische Menschenmafia beizuwohnen.
Leider macht man aber gerade und besonders beim französischen Film immer wieder den entscheidenden Fehler, eine oder mehrere Fortsetzungen des erfolgreichen Originals zu drehen, die weder mit Sinn noch Verstand aufwarten können (oder mit noch weniger als das Original). So z.B. geschehen bei Filmen wie "Taxi" oder auch "Die purpurnen Flüsse".
"Transporter - The Mission" macht da leider keine Ausnahme. Eine an den Haaren herbeigezogene Story, die primär dazu dient, Statham und besonders den (irgendwie unpassenden) Audi A8 gekonnt in Szene zu setzen, sonst aber jegliche Innovation vermissen lässt, sondern im Gegenteil mit Ideen aufwartet, die man in einem solchen Film einfach nicht sehen will, weil die Realität dann doch ganz anders aussieht. Wenn ich Fantasy will, dann gucke ich mir einen entsprechenden Genrestreifen an. Was uns aber hier teilweise angeboten wird, schlägt dem Fass den Boden aus. "Unverschämt" erscheint mir fast noch zu harmlos. Dazu noch der Wechsel des Schauplatzes weg von Europa hin in die Staaten...und wieder eine innovative Idee des Vorgängers zunichte gemacht.
Dem geneigten Zuschauer wird mit "Transporter - The Mission" ein Film ohne Seele präsentiert, der nur dazu dient, dem Publikum die Kohle aus der Tasche zu ziehen, denn man soll ja bekanntlich die Kuh melken, solange sie Milch gibt. Deswegen bin ich davon überzeugt, dass es auch zu "The Transporter" eine Fortsetzung der Fortsetzung geben wird - leider. Denn was mit dem ersten Teil so vielversprechend begonnen wurde (gleichwohl auch hier sehr oft übertrieben wurde, was dennoch im erträglichen Rahmen blieb und nicht negativ auffiel), wird mit jedem kruden Sequel zu Grabe getragen. Schade, denn hier wäre eindeutig mehr drin gewesen. Ein Schnellschuß, der nur aufgrund eines wie immer sympathischen Jason Statham von mir drei Gnadenpunkte erhält, so dass er nicht vollständig zum Rohrkrepierer mutiert.
Bizzy