Schwachsinn kann auch Spaß machen, vor allem im hirnschonenden Actionkino und da kam mit „Transporter – The Mission“ gerade recht.
Der Vorgänger war eine brauchbare Lektion in moderner Action, Verfolgungsjagden und einfallsreiche Fights, eingebettet in eine nicht eben originelle Geschichte, aufrecht gehalten durch den grenzenlosen Stoizismus Jason Stathams.
„Transporter 2“ vergröbert das Konzept in eine andere Richtung. Das Rezept heißt nun: mehr Tempo, mehr Stunts, mehr Überlebensgröße.
Und dabei auch eine Verschiebung der Wahrscheinlichkeiten ins nahezu Unendliche.
Frank Martin, der „Transporter“ ist inzwischen auf der sauberen Seite unterwegs, kutschiert ein Kind durch die Gegend und lässt sich auch nicht von Autoknackerbanden aufhalten, bis dann Kindesentführungen und ein tödliches Virus ins Spiel kommen.
Der Plot macht wirklich keinen Meister, sondern ist eine einzige langgezogene Verfolgungsjagd, bei der der „Transporter“ sämtliche Gesetze der Physik außer Kraft setzt, um das Kind heil zu seinen Eltern zurück zu bringen. Egal ob im Auto, im Boot oder im Flugzeug, es kracht und scheppert, hauptsache Drive. Dazwischen immer wieder Schusswechsel, aufwändige Fights und Stunts, die jenseits des klinischen Realismus liegen, sondern Martin eher in die Nähe einer mythischen Figur rücken, die auch hier wieder stoisch sich notfalls auch von Atombomben nicht aufhalten lassen würde.
Verblüffend ist, dass sich Jason Flemyng und Matthew Modine für Nebenrollen in diesem mental faden Actionstakkato haben verpflichten lassen, im Gedächtnis bleibt eh nur das Model Kate Nauta, die hier als „Lola“ ihre Killeraufträge egal wo auch immer am liebsten in knappen Dessous und halterlosen Strümpfen hinter sich bringt.
Statham wird auch mit diesem Film nicht zur Actionikone, dafür ist der knapp 80minütige Film einfach zu sehr DVD-Ware, aber er ist immer noch frisch, kantig und beweglich und bietet sich mehr als Hulk-Ersatzware a la Vin Diesel oder The Rock für krachige Action a la Willis an, der nun auch in die Jahre kommt.
„Transporter – The Mission“ ist laut, schnell, bunt, krachig und hirnlos, hält sich aber dankbarerweise nicht eine Minute mit überflüssigem Schnickschnach auf, auch wenn es ein paar romantische Ansätze mit der Mutter gibt.
Wer also mal wieder anderthalb Stündchen eine brachiale Phase in Sachen Filmcoolness einlegen möchte, kann dieser Virenjagd bedenkenlos vertrauen, sofern man stets im Auge behält, dass das mit der Realität nichts zu tun hat.
Auf dem B-Sektor klar besser als Teil 1: 8/10!