Wer die Nase voll hat von überlangen Blockbustern und auch einmal, ganz nach "Crank"-Machart, gut auf jeden Anspruch pfeifen kann, der ist bei Louis Leterriers "Transporter - The Mission" goldrichtig.
Auf gerade mal rund 80 Minuten gibts hier rasant inszenierte Action am Fliessband. Auch wenn es sich streng genommen - von den ersten Filmminuten einmal abgesehen - diesmal um keinen "echten" Transporter-Einsatz handelt: Atempausen werden dem Zuschauer im folgenden kaum gegönnt, denn jede Sekunde ist kostbar im Kampf gegen ein absolut tödliches Virus und dessen skurpellose Schöpfer!
Der akute "Transporter"-Schauplatz Miami sorgt durchgehend für knallige Farben und lebendige Locations. Im Einklang mit den vielen schnellen Schnitten, der fetzigen Sounduntermalung und den Hochgeschwindigkeits-Kampf- und Verfolgungszenen kann man von einer technisch wirklich gelungenen Umsetzung sprechen - die 80 Filmminuten vergehen wie im Flug. Deutliche Abstriche muss man natürlich wieder beim Realismus machen. Ebenso überzeugen zumindest in der internationalen Kinofassung nicht alle CGI-Effekte. Teilweise wirken sie gar schlicht billig.
Glück im Unglück: Durch das konstant hohe Tempo fallen diese kleinen Aussetzer kaum auf.
Die Action als solche bietet in handwerklicher Hinsicht kaum Anlass zur Kritik. Der Schwerpunkt liegt bei "Transporter 2" auf den schon aus dem ersten Teil bekannten, akrobatischen Fights, in denen reichlich Mobiliar und andere Gegenstände zweckentfremdet zum Einsatz kommen. Da lassen sich auch mal 10 Gegner auf einmal binnen Sekunden wegputzen, kein Problem für Kampfmaschine Jason Statham! Geschossen und gesprengt wird im zweiten Transporter-Einsatz leider weniger - und wenn, dann zudem relativ harmlos. Als Ausgleich gibts jedoch wie erwartet so manche turbulente Hatz durch die Straßen und Parkhäuser Miamis. Da darf die heimische Soundanlage mal wieder zeigen, was so alles in ihr steckt...
Nichtsdestotrotz hätte ich mir in Sachen Action aber etwas mehr Geballer gewünscht. Auch die Pyrotechnik hätte ein paar zusätzliche, vor allem ausgedehntere Momente mehr als verdient gehabt.
An Jason Statham gibts schließlich in darstellerischer Hinsicht nichts auszusetzen. Zweifellos gehört er zu DEN Actionstars des neuen Jahrtausends. Wortkarg, professionell und mit allen martialen Wassern gewaschen, da erwarte ich in Zukunft von ihm noch so manchen Kracher.
Etwas weniger gut hingegen gefiel mir im zweiten "Transporter"-Abenteuer die Performance von Kate Nauta als äußerst knapp bekleidete Kampfamazone (die trotzdem nichts zeigt). Klar, auf Realismus hat hier eh niemand gesetzt, aber Valettas Killer-Auftritt ist selbst für solche Verhältnisse etwas arg übertrieben.
Schauspielerisch grundsolide schließlich die übrigen Bad Guys und die von Kindesentführern heimgesuchte Bonzenfamilie.
Fazit: Kurzweilige Hirnaus-Action, knallbunt und fetzig inszeniert - für meinen Geschmack insgesamt aber einen Tick zu übertrieben und mitunter unrealistisch geraten. Ferner hätten einige innovative Storykniffe oder ein überraschender Cliffhanger den Streifen ohne Zweifel gut getan...