"Worum gehts hier überhaupt?"
Anstatt zwielichtiger Geschäfte arbeitet Frank Martin (Jason Statham) in Vertretung als Fahrer für Jack (Hunter Clary), dem Sohn der wohlhabenden Familie Billings. Mit dem aufgeweckten Jungen freundet sich Frank schnell an und auch an seiner Mutter Audrey (Amber Valletta), deren Ehe auf dem Prüfstand steht, zeigt er sich interessiert. Doch dann wird Frank in eine Entführung verwickelt. Gianni Chellini (Alessandro Gassman) und Lola (Kate Nauta) wollen Jack einen Virus verabreichen, der hochansteckend ist. Ihr eigentliches Ziel ist aber ein anderes.
Zu Beginn sind die Gemeinsamkeiten von "Transporter - The Mission" zu seinem Vorgänger so groß, dass man kurz denkt den ersten Film zu sehen. Schnell ist dann aber erkannt, dass dies nur das Intro betrifft. Und ähnlich schnell, dass die Fortsetzung in eine ganz andere Richtung geht. Denn anstatt eines grenzwertig bodenständigem Film mit ordentlichen Actionszenen und furiosen Verfolgungsjagden gibts diesmal Hochglanztrash im amerikanischen Stil.
Die Handlung um eine Gruppe von Terroristen und einem verkomplizierten Plan ist schlicht und wirft mehr Fragen auf, als diese zu beantworten. Die Erzählweise ist zwar flott, Sympathiefiguren, Spannung oder ideenreiche Wendungen findet man hier jedoch keine. Stattdessen belanglose Sterotypen, einen unkaputtbaren Helden sowie zielgerichtete Ereignisse.
Wenn Frank sich gegen zahlenmäßig stets weit überlegene Gegner wehrt, sieht das im Nahkampf überaus gut aus. Die Kamera fängt diese Szenen, ganz im Gegensatz zu den restlichen, übersichtlich ein. Ideenreich sind dabei die Szenen, wobei Früchte, Wasserschläuche und andere Hilfsmittel zum Einsatz kommen. Die Verfolgungen mittels Fahrzeugen dagegen sind erheblich unspektakulärer und so weit jenseits physikalischer Grenzen, dass selbst so mancher "James Bond"-Film bodenständig erscheint.
Überaus schwach sind die eingebundenen digitalen Effekte. Explosionen und Feuer sind sehr künstlich animiert. Ebenso das ein oder andere digitale Gebäude und Gefährt. Weswegen hierbei nicht auf die Explosionen verzichtet wurde bzw. keine realen Kulissen gewählt wurden, ist nicht ersichtlich.
Jason Statham ("Crank"-Reihe, "Death Race") trägt den Film als einziger mit stoischer Mimik, lässiger Professionalität und elegantem Stil. Außerdem beeindruckt er durch eine sehr physische Präsenz bei seinen Martial-Arts Szenen. Negativ fällt das Model Kate Nauta auf. Ihre grazile Figur und ihr übermäßig geschminktes Gesicht lenken nicht von der schwachen Performance ab. Sie wirkt eher wie ein Fremdkörper.
"The Transporter" hatte europäischen Charakter und Selbstironie, beides hat "Transporter - The Mission" nicht. Stattdessen hakt es immens an der Logik und die Spezialeffekte bewegen sich nah an der Grenze zum Trash. Abseits der Nahkampfszenen enttäuscht auch die belanglose Action. Spannung kommt Dank des unantastbaren Protagonisten nur selten auf. Da kann auch ein erneut lässiger Statham nicht viel entgegen bringen. Wer eine konsequente Weiterführung des ersten Teil hofft, wird immens enttäuscht sein. Sehr knappe ...
4 / 10