Review

Bemerkenswert an diesem Film ist allerhöchstens, daß es geschafft wurde, aus Shirley Jacksons dreizehnseitiger Kurzgeschichte einen 90-Minüter zu stricken. Andererseits ist alles drin, zumindest die Szenerie der verstörenden Lotterie mit seinem unheimlichen Ritual blieb eins zu eins erhalten.

Trotzdem ist das hier nur Mittelmaß, denn eine knappe Stunde lang jagt der Held hier nur dubiosen Anzeichen hinterher, denen der Zuschauer folgen muß, weil in derart idyllischen Kleinstädten ja irgendwas faul sein muß. Und so geschieht es dann auch: die Mutti ist unter dubiosen Umständen gestorben, der Vater aus den städtischen Annalen getilgt, was geht hier vor. Leider hat das nur ordentliches Fernsehfilmniveau, bei dem der Hilfssheriff so aufdringlich unfreundlich sein muß, daß der Hero einfach an Bord bleiben muß, um der Sache auf den Grund zu gehen.

Wenn es dann zur Lotterie kommt, steigt auch gleich der Spannungspegel, das eigentliche Ritual ist dann im Kontext sogar extrem schockierend. Leider versäumt es der Film im Sinne der Kurzgeschichte, sich auch nur den Hauch einer Begründung für das Menschenopfer auszudenken und zu liefern. Kann man bei Jackson noch folgern, es sei ein ländlich-heidnisches Naturreligionsritual, so bietet der Film überhaupt keine Ansätze, höchstens einen Hauch von Zivilisationskritik für alle, die außerhalb der Gemeinde wohnen.

Auf gerade die Begründung haben wir jedoch gewartet und weil die nicht kommt, gerät der Schluß zum banalen Ärgernis, wenn dem Helden natürlich keiner glaubt, die Polizei am allerwenigsten, obwohl er mit der Brechstange dagegen arbeitet. Vorher durfte er noch den Hilfssheriff abmurksen, damit wir uns etwas besser fühlen. Aber das unbefriedigte Gefühl in der Magengrube bleibt trotzdem, da ändert auch die solide Inszenierung und ein, zwei bekannte Gesichter nichts dran aus. TV-Häppchen, dann und wann ganz gelungen. (5/10)

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