Die Erwartungen waren groß an „Die Insel“.
Nach den ziemlich schlechten Einspielergebnissen in den USA, sowie den immer weiteren mittelmäßigen bis schlechten Kritiken war ich dann doch ziemlich überrascht und verdutzt.
Doch was am Ende dabei raus kam war mit Sicherheit ein toller Film der völlig zu Unrecht schlecht gemacht wird.
Die Story an sich ist wirklich super gelungen und dabei stets glaubwürdig.
Das Klonen von Menschen beschäftigt uns seit eh und je und wenn es tatsächlich einmal möglich wird ist ein Handel auch nicht mehr abwegig.
Im Prinzip haben wir es hier mit zwei Filmen zu tun.
1.
Der erste drittel des Films ist absolut genial. Die Story ist absolut spannend und ziemlich interessant. Lincoln findet immer mehr über die Einrichtung heraus und stellt als erster alles in Frage.
Dabei wird eine wunderbare Atmosphäre auf den Zuschauer übertragen.
Der Film versucht dabei aber auch erst gar nicht dem Zuschauer moralische Absichten o.ä. aufzudrücken, jeder kann selbst entscheiden wie er was findet, was in der Tat gut ist. (10 / 10)
Nachdem dann die Flucht begonnen hat wendet sich das Blatt aber.
2.
Hier kommt wieder absolut zum Vorschein das Michael Bay am Werk war.
Was wir nun bewundern dürfen ist keine Sci-Fi Geschichte mehr wo es ums Klonen geht.
Diese Schiene wird im Prinzip völlig verlassen (was ziemlich Schade ist) und wir bekommen XXL - Action in Großform.
Nachfolgend beginnt eine unglaubliche Verfolgungsjagd wo eigentlich alles zu Bruch geht was zu Bruch gehen kann.
Die Effekte sind dabei wirklich großartig und die Jagd ist verdammt protzig und gut gemacht.
Aber was anderes ist man ja auch nicht gewohnt von Bay. (8 / 10)
Gegen Ende wird versucht beide Genres zu verbinden was nicht immer ganz so gut hinhaut.
Die Atmosphäre wird teilweise wieder erreicht, jedoch dann wieder durch zwischen gestreute Actioneinlagen entrissen.
Das es leider in einem Kampf endet ist zwar filmisch gesehen logisch aber irgendwie unpassend.
Ein kritischeres Ende hätte mir besser gefallen. Etwas mehr zum Nachdenken oder so. Da hätte man sich schon was einfallen lassen können.
Insgesamt gesehen startet der Film absolut genial und verdammt spannend. Die Story ist interessant und gut durchdacht. Der Film verliert sich dann in einem Actionfeuerwerk vom allerfeinsten. Man hat zwar somit einiges an Potential verschenkt aber man kann dennoch mehr als zufrieden sein.
Inszeniert hat Michael Bay einfach wieder fantastisch. Die Optik ist mal wieder der absolute Wahnsinn. Hinzu kommen geniale Kameraeinstellungen, irre Stunts, verdammt gute Effekte und große sehr authentisch wirkende Sets.
Großes Lob .
Der Score von Steve Jablonsky unterstreicht jede Szene einfach nur perfekt.
Überragend komponiert und ein wahrer Genuss. Zudem muss man aber sagen das Star Komponist Hans Zimmer ebenfall seine Finger im Spiel hatte und was will man von ihm anderes erwarten?!
Die Schauspieler sind durch die Reihe sehr gut aufgelegt, ohne Ausnahme.
Ewan McGregor spielt sehr gut und sehr glaubwürdig.
Ebenfalls wie Scarlett Johansson, die dafür aber noch unglaublich sexy aussieht.
Besonders gefreut hatte mich die Tatsache das Steve Buscemi endlich mal wieder dabei war.
Er spielt gewohnt super und ist auch meistens für die Oneliner zuständig, welche aber immer zutreffend sind und nicht deplaziert wirken.
Michael Clark Duncan hat leider nur eine ziemlich kleine Rolle bleibt den anderen aber trotzdem nichts schuldig.
Sean Bean lässt den Fiesling wunderbar raushängen. Endlich mal wieder eine größere Rolle für ihn. Toll gemacht.
Fazit: Ein Film mit zwei Gesichtern. Ich für meinen Teil hatte an beiden eine Menge Spaß. Zwar hätte ich etwas weniger Action besser gefunden, aber auch so war es ein tolles Kinoerlebnis.
Sehr gute Darsteller, tolle Story, Wahnsinns Optik, ein hervorragender Score und Action vom aller feinsten.
Ich kann den Film uneingeschränkt weiterempfehlen, man sollte ihn eigentlich schon gesehen haben.
Nur knapp an der Höchstnote vorbei aufgrund des nicht konsequenten weiterführen der Geschichte aus dem genialen ersten Drittel und dem nicht ganz zufrieden stellenden Schlusspunkt.
Mir hat’s gefallen…
Wertung: 9 / 10